Dienstag, Januar 25, 2022
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Ein Erfahrungsbericht "Niemand sollte Covid auf die leichte Schulter nehmen"

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Malte (Name von der Redaktion geändert) ist 28 Jahre alt, Student und arbeitet auch für eine Agentur. Er hat eine Freundin und lebt mit ihr in einer Wohnung in Berlin. Obwohl der junge Mann zweimal geimpft wurde, erkrankte er vor einigen Wochen an Covid-19. Im Interview mit The Aktuelle News spricht er über seine Erfahrungen damit, wie es ihm heute geht und warum man die Krankheit auch als junger Mensch nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

The Aktuelle News: Hallo Malte, wie geht es dir?

Malte: Oh danke. Mir geht es eigentlich wieder gut. Ich habe Phasen, in denen ich mich schon ziemlich gut fühle, aber besonders gegen Ende des Tages wird es meistens schwierig für mich, in Form zu bleiben. Dann fühle ich mich erschöpft und erschöpft. Das wusste ich nicht, bevor ich krank wurde. Vor Covid-19 konnte ich mich lange Zeit gut konzentrieren und gut arbeiten. Aber das fällt mir jetzt echt schwer und deswegen habe ich heute einen Termin bei einem Facharzt.

Wann hatten Sie Covid-19?

Ich habe am 23. Oktober, einem Samstag, einen PCR-Test gemacht, weil es mir ziemlich mies ging und schon zwei Schnelltests positiv waren. Seit diesem Tag war ich offiziell an Covid-19 erkrankt. Zwischendurch wurde am 4. November ein weiterer PCR-Test durchgeführt, der wiederum positiv war. Das ist eher ungewöhnlich und nach 13 Tagen eine relativ lange Zeit für jemanden wie mich, der voll geimpft ist und keine Vorerkrankungen hat. Erst am 10. November, eine Woche später, wurde ich mit einem negativen PCR-Test offiziell als von Covid-19 genesen erklärt. Es bleibt unklar, wo ich mich angesteckt haben könnte.

Wie ist es Ihnen in dieser Zeit ergangen?

Wirklich nicht gut. Ich hatte Fieber und Husten und wollte eigentlich nur noch im Bett bleiben. Aber das verheerendste Erlebnis war eine Panikattacke, die ich zwei Wochen nach dem Ausbruch von Covid-19 hatte. Abends hatte ich das Gefühl, nicht richtig atmen zu können und das wurde immer deutlicher. So etwas hatte ich noch nie in meinem Leben erlebt. Mein ganzer Körper zitterte, ich bekam Durchfall und an diesem Punkt war ich außer Kontrolle. Zum Glück konnte mich meine Freundin beruhigen und nach etwa zehn Minuten war die Attacke vorbei. Allerdings hat mich dieser Vorfall und der zweite positive PCR-Test nach 14 Tagen psychisch sehr geschädigt und bis heute verunsichert.

Können Sie rückblickend erklären, wie es zu dieser Ausnahmesituation kam?

Darüber habe ich mir auch viele Gedanken gemacht. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich anfangs dachte, ich würde die ganze Zeit nur warme Luft einatmen und deshalb dachte ich: ‚Was ist, wenn ich jetzt auch noch eine Lungenentzündung bekomme?‘ Das hing natürlich auch damit zusammen, dass ich mich seit März 2020 regelmäßig mit dem Thema beschäftige und auseinandersetze. Ich habe mir den Podcast mit Herrn Drosten angehört und bin schon vor Beginn der Maskenpflicht auf Nummer sicher gegangen und habe eine getragen Maske in Bus und Bahn, obwohl ich damals noch schief angeschaut wurde. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass mich das Gehörte und Gelesene während meiner Krankheit noch unsicherer gemacht hat.

… und wer hat dir auch Angst gemacht?

Natürlich. Wer jeden Tag Menschen in den Medien sieht, die wegen Covid-19 auf Intensivstationen behandelt werden müssen, fragt sich natürlich, ob sie dort als Covid-19-Patient landen werden. Die Tatsache, dass ich einen Impfstoffdurchbruch hatte, war genug, um mich zu beunruhigen. Hinzu kommt, dass ich Wochen nach der offiziellen Diagnose von Covid-19 weiterhin zahlreiche gesundheitliche Probleme hatte, die von Schlafstörungen, Gedächtnisproblemen, Magen-Darm-Problemen, Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen reichten. Einzeln waren das keine so schwerwiegenden Symptome, aber insgesamt und gepaart mit der Psyche haben sie mich doch ziemlich eingeschränkt. Ein paar von ihnen tun es immer noch.

Gibt es etwas, das Sie sich für die Zukunft wünschen?

Zunächst möchte ich zu meiner alten Stärke zurückkehren. Ich möchte mir nicht noch mehr Regeln und Maßnahmen auferlegen, da ich mein Verhalten nicht als fahrlässig empfinde. Vielleicht ist es wichtig, nicht zu glauben, dass man durch eine Impfung vollständig geschützt werden kann. Und natürlich konnte ich viele Kleinigkeiten, wie regelmäßiges Händewaschen, immer verbessern. Momentan möchte ich auf größere Veranstaltungen verzichten und warte bis zum Sommer. Niemand sollte Covid-19 auf die leichte Schulter nehmen. Gleichzeitig versuche ich bewusst Dinge neu zu denken. Ich möchte weg von dem Gedanken, dass das Virus für mich persönlich gefährlich war oder ist. Ich wünsche mir auch, dass es mir so gut geht wie vor Covid-19.

Jana Zeh hat mit Malte gesprochen

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