Mittwoch, Dezember 1, 2021
StartGESUNDHEITImmunschutz aus der Spritze Alle Daten, alle Fakten zur Corona-Impfung

Immunschutz aus der Spritze Alle Daten, alle Fakten zur Corona-Impfung

- Anzeige -


Deutschland hat ein wirksames Mittel gegen die Pandemie: Die Corona-Impfung könnte den Weg zurück zur Normalität ebnen. Wie viele Personen wurden bereits vollständig geimpft? Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick.

Ärzte und Forscher sind sich einig: Eine Impfung gegen das Coronavirus schützt Geimpfte vor schweren Erkrankungen und verringert das Risiko, andere anzustecken. Die Corona-Impfung könnte somit einen schnellen Ausweg aus der Pandemie-Situation bieten – wenn nur genügend Menschen mitmachen. Allerdings weisen die Impferfolge in Deutschland auch mehr als zehn Monate nach Beginn der Impfkampagne noch eklatante Lücken auf. In Deutschland besteht seit langem ein Überangebot an kostenlosem Impfschutz.

Wie ist das Bestreben, die Coronavirus-Pandemie mit einer Impfkampagne historischen Ausmaßes zu überwinden? Hier bietet The Aktuelle News einen Überblick mit allen relevanten Daten, Fakten und Entwicklungen – in Deutschland, Europa und der Welt.

Hinweis: Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht aktuell nur aktuelle Daten aus dem amtlichen Impfratenmonitoring von Montag bis Samstag. Die Impftermine für das Wochenende werden zu Beginn jeder Woche bekannt gegeben.

In Deutschland wurden insgesamt mindestens 58,223 Millionen Menschen mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 70,0 Prozent (in Prozent unverändert zum Vortag). Nach Angaben des RKI sind inzwischen rund 56,140 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Dies entspricht einer Impfrate von 67,5 Prozent der Bevölkerung (Vortag: 67,4 Prozent).

Insgesamt ist die Impfrate seit Anfang November wieder spürbar gestiegen. Ausschlaggebend ist hier die Impfleistung bei den Auffrischimpfungen, die für die sehr alten und Hochrisikopatienten dringend empfohlen werden. Bei diesen sogenannten Auffrischimpfungen steigt die Zahl der Impfungen deutlich an.

Die Zahlen der Erst- und Zweitimpfungen bewegen sich jedoch kaum. An manchen Tagen bleiben die Zahlen so gering, dass die Änderungen bei der Berechnung der bundesweiten Impfquoten unterhalb der Rundungsschwelle erfolgen. Der Anteil der einmal oder vollständig Geimpften, auf eine Nachkommastelle gerundet, bleibt dann manchmal unverändert.

Da die Anzahl der täglich geimpften Impfdosen oft durch späte Meldungen verzerrt wird, berechnet The Aktuelle News einen Durchschnittswert aus den letzten sieben Tagen (gleitender Wochendurchschnitt), um die tägliche Impfleistung anzuzeigen. Demnach werden derzeit in Impfzentren, Krankenhäusern und Hausarztpraxen knapp 239.000 Dosen verabreicht.

Der Großteil davon entfällt laut RKI-Impfratenmonitoring auf die „Booster-Impfungen“. Als dritte Impfung werden derzeit mehr als 154.000 Impfdosen pro Tag verabreicht. Insgesamt haben gut 3,785 Millionen Menschen in Deutschland eine Stärkung ihres Corona-Immunschutzes erhalten. Dies entspricht einer Auffrischimpfungsrate von rund 4,5 Prozent. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen wurden mittlerweile rund 10 Prozent dreimal geimpft.

Vollgeimpfte Personen, deren letzter Impftermin ein halbes Jahr zurückliegt, sollten nach den Empfehlungen der Mediziner dringend eine Auffrischungsspritze in Anspruch nehmen – insbesondere wenn sie zu den älteren Altersgruppen gehören, aufgrund von Vorerkrankungen zu einer Risikogruppe gehören oder besonders exponiert sind aufgrund ihres Berufes zum Beispiel in einem Krankenhaus, Supermarkt, Heim, Schule oder Kita arbeiten.

Die dritte Impfung wird sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie empfohlen, da sich insbesondere der Infektionsschutz mit der Zeit verschlechtert. Vor dem Auftreten der Delta-Variante des Coronavirus ging man davon aus, dass bei drei der vier in Europa zugelassenen Impfstoffe zwei Dosen für einen vollständigen Impfschutz ausreichen. Der Janssen-Impfstoff (auch bekannt unter dem Namen des US-Mutterkonzerns Johnson & Johnson) wurde sogar als Einzelimpfung eingesetzt. Eine Folgeimpfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna wird nun empfohlen.

Die Komplettimpfungen entfalten ihre volle Schutzwirkung in der Regel erst etwa zwei Wochen nach Ende der Impfserie.

Wichtig zu wissen: Die hier angezeigten Impfraten werden aus den amtlichen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) berechnet und sind als Mindestangaben zu verstehen. Umfragen des RKI deuten darauf hin, dass die tatsächlichen Impfquoten vermutlich höher angesetzt werden müssten. Der Grund für die Untererfassung: Nicht alle durchgeführten Impfungen werden vom Meldesystem erfasst; Unterschiede gibt es beispielsweise im Meldeverfahren der Impfstellen und der Haus- und Betriebsärzte.

Der tatsächliche Impferfolg könnte daher größer sein als bisher angenommen. Hochrechnungen auf Basis der Covimo-Erhebungsreihe hätten laut RKI ergeben, dass bereits 85 Prozent der Erwachsenen (Stand 7. Oktober 2021) geimpft sein könnten (mehr dazu hier). Wie zuverlässig solche Umfrageergebnisse sind, ist unklar, schließlich handelt es sich um Hochrechnungen auf Basis der Antworten von einigen Tausend Befragten. Die Grafiken von The Aktuelle News zeigen daher nur die gesicherten Daten aus dem Impfratenmonitoring (DIM), also den offiziell dokumentierten Impffortschritt. Die dort aufgeführten Prozentsätze sind als Mindestangaben zu verstehen.

Rund 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben nach RKI-Daten noch keine Impfdosis erhalten. Dafür gibt es viele mögliche Gründe. Medizinische Einwände, die gegen eine Corona-Impfung sprechen, sind laut Experten sehr selten: Auch bei Krebspatienten, heißt es im Zweifel, überwiegen die Vorteile einer Impfung immer die Nachteile. Ängste und Unsicherheiten dürften bei vielen Impfscheuern schwerer wiegen. Im Netz kursieren eine Vielzahl vage Annahmen und unbegründeter Behauptungen über befürchtete Impfrisiken. Die handfesten Risiken einer Coronavirus-Infektion werden jedoch oft völlig ignoriert.

Eine nicht zu vernachlässigende Zahl der noch Ungeimpften hat vorerst keine andere Wahl: Für Kinder unter 12 Jahren gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff. Allein in Deutschland sind davon gut 9,2 Millionen Menschen betroffen. Nur in Ausnahmefällen und in Absprache mit dem Arzt sind sogenannte „Off-Label-Impfungen“ möglich – etwa bei bekannten Vorerkrankungen, die das Kind im Falle einer Infektion akut gefährden würden. Bei einer Coronavirus-Infektion entwickeln Kinder in der Regel deutlich seltener schwere Symptome. Allerdings sind die möglichen Langzeitfolgen einer ungeschützten Infektion noch nicht zu übersehen.

Fest steht: Die Impfbarriere der Gesellschaft weist große Lücken auf. Der Impferfolg muss sich angesichts der Umstände vor allem am Anteil der Geimpften an der „impfungsfähigen“ Bevölkerung messen. Dieser Wert kann durch die Impfrate bei Personen, die mindestens 12 Jahre alt sind, angenähert werden. Auch eine Impfung aus medizinischen Gründen kommt für manche Erwachsene nicht in Frage.

Das RKI verweist in diesem Zusammenhang beispielsweise auf akute fieberhafte Erkrankungen, die vor der Impfung zunächst abklingen sollen. Nur bei seltenen Allergien gegen bestimmte Impfstoffkomponenten oder bestehenden Vorerkrankungen wie TTS oder Kapillarlecksyndrom rät das RKI zur Vorsicht. In solchen Fällen sollten Betroffene nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einen der vier in Deutschland zugelassenen Impfstoffe wählen.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare