Dienstag, August 16, 2022
StartKULTUR UND KUNSTDer Sandmann ist weder Traum noch Albtraum – eher eine vage Träumerei

Der Sandmann ist weder Traum noch Albtraum – eher eine vage Träumerei

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Fernsehzuschauer, die in den letzten zehn Jahren durch die überwältigende Dominanz des Comic-Films von Multiplexen entfremdet wurden, haben lange Zuflucht in den intelligenten Programmen gesucht, die der kleine Bildschirm bietet. Aber im Laufe der Jahre wurde der Traum von „Peak TV“ von Helden und Bösewichten, Sci-Fi und Fantasy überfallen. Jetzt, im Jahr 2022, scheint jede zweite große neue TV-Show eine Comic-Adaption zu sein, die verzweifelt versucht, die Zuschauer von Kinos wie Charon on the River Styx herüberzubringen. Das Neueste in diesem Trend ist die Mega-Budget-Zusammenarbeit von DC mit Netflix zur Anpassung Der Sandmannnach 30 jahren steckt man passenderweise in der entwicklungshölle fest.

Im Mittelpunkt steht Tom Sturridges Emo mit Kiesstimme, Dream, der König der Träume und Alpträume, der aus Versehen von einem Okkultisten (natürlich Charles Dance) für ein Jahrhundert gefangen gehalten wird. Während dieser Zeit beginnt der Stoff, der die Wach- und Schlafwelt verbindet, auszufransen. „Wenn die wache Welt dich lustlos und müde zurücklässt“, informiert uns Dream über sein Reich The Dreaming, „bringt dich der Schlaf hierher, um Freiheit und Abenteuer zu finden.“ Dem Wiederaufbau seines Königreichs im Wege stehen Ethel Cripps (Joely Richardson) und ihr Sohn John Dee (David Thewlis – ja, dieser Altersunterschied macht nach der Logik der Serie Sinn), die Dreams „Werkzeuge“ weggetauscht oder versteckt haben. Ganz zu schweigen von dem abtrünnigen Albtraum Corinthian (Boyd Holbrook), der seine neuen Freiheiten genießt. „Ich werde nicht aufhören, bis ich diese Welt so umgestaltet habe, dass sie genauso aussieht wie ich“, verkündet Corinthian, aber Holbrook ist so kantig, dass sich die „Welt“ kaum beschweren kann.

Zum Besseren oder Schlechteren (und seien wir ehrlich, es ist zum Schlechteren) Der Sandmann richtet sich direkt an Comic-Fans. Thewlis, überaus sympathisch wie der zerbrechliche John Dee, wird Doctor Destiny – eine Art weniger böser Freddy Krueger – der später in anderen Threads der DC-Comic-Welt gegen Superman und Batman gekämpft hat. Der Sandmann wurde 1989 von Neil Gaiman gegründet, dem britischen Schriftsteller, dessen Werk in letzter Zeit einer Reihe von Anpassungen unterzogen wurde: der gefeierte Amerikanische Götter läuft seit drei Staffeln, dabei ist die süffisant aber schmackhaft Gute Omen wird in Kürze für seinen zweiten Ausflug zurückkehren. In der Tat, sogar die Welt der Der Sandmann war schon einmal auf unseren Bildschirmen in Form von Luzifermit Tom Ellis als widerwilligem Teufel (eine Rolle, die hier ziemlich hammily von einer anderen gespielt wird Game of Thrones Alumnus, Gwendoline Christie). Aber mit einem angeblichen Budget von 165 Millionen Dollar Der SandmannNetflix setzt darauf, dass Gaimans Arbeit Feuer fängt wie nie zuvor.

Wie viele von Gaimans Kreationen, Der Sandmann hat eine pikareske Qualität, da Dream durch die schlafenden und wachen Domänen streift. Charaktere kommen und gehen – hängen Sie nicht zu sehr an Jenna Colemans Johanna Constantine, obwohl sie vielleicht in ein Spin-off stürmt – wobei nur die zentralen Akteure den Kurs beibehalten. Auch die Mischung verschiedener Mythologien (die Schicksale des antiken Griechenlands werden ebenso dargestellt wie die schlimmsten Geschwister der Bibel, Kain und Abel, dargestellt von Sanjeev Bhaskar und Asim Chaudhry) ist typisch Gaiman. Es gibt auch diesen charakteristischen albernen Humor („Wem stelle ich das in Rechnung, der Church of England oder dem Buckingham Palace?“, fragt Johanna nach einem lästigen königlichen Exorzismus), den manche schrecklich schlau finden werden, andere schrecklich.

Für Comic-Fans, Der Sandmann wird als gelehrteres, kreativeres Material hochgehalten als beispielsweise das Marvel Cinematic Universe (obwohl das eher so ist, als wäre man das kleinste Kleinkind in der Vorschule). Aber an dieser Stelle fällt der Bogen, leicht ironisch, in den Ton Der Sandmann ist im modernen Comic-Film allgegenwärtig, und seine anachronistische, fast Steampunk-Ästhetik ist im Fernsehen ebenso weit verbreitet (ich sehe gerade Seine dunklen Materialien, The Nevers, Bridgertonetc). Und so ist das Ergebnis trotz seines Rufs als „Comic für Intellektuelle“ (wie der Romanautor Norman Mailer es ausdrückte) sehr mittelmäßig, weder Traum noch Albtraum, nur die vage Träumerei, die man hat, wenn man hungrig ist und das Mittagessen noch an ist Stunde entfernt.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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