Samstag, Dezember 10, 2022
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Disenchanted ist eine auswendig gelernte Fortsetzung, die alte Tropen faul wiederverwertet

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Entzaubertdie lang ersehnte Fortsetzung von Verzaubertbeginnt mit einem „wink wink“-Moment. Das Original von 2007 hatte Spaß daran, mit Märchen zu spielen – eine Prinzessin verirrt sich im modernen New York – und der Nachfolger scheint denselben Geist heraufzubeschwören. „Aber es gibt kein danach ‚glücklich bis ans Ende‘. Du heiratest einfach und dann passiert dir nie wieder etwas“, verkündet ein Streifenhörnchen-Paar fröhlich in der animierten Eröffnungsszene des Films. Sehr drollig. Sehr wissend. Außer … dieses Mal scheint die Wink-Quote stark erschöpft zu sein. Es ist niederschmetternd, das zu sagen, aber vielleicht wären wir alle besser dran gewesen ohne ein „Danach“ zu Giselles „Glücklich bis ans Ende“.

Der 2007 erschienene erste Film war für Disney ein Wagnis, das sich massiv auszahlte. Es gelang ihm, eine feine Linie zu gehen zwischen einem Liebesbrief an Disney-Prinzessinnenfilme und einer Pastiche davon, perfekt in seinem Humor und voller cleverer Referenzen. Amy Adams war charmant als Giselle, eine rehäugige Jungfrau in Not, die Böden fegte, zu Waldtieren sang und Kleider aus Vorhängen spannte. „Soll ich jemanden für dich anrufen?“ fragte Robert und fand sie verloren in der Stadt. „Ich glaube nicht, dass sie dich von hier aus hören würden“, antwortete sie süß.

Trotz eines anderen Regisseurs (Adam Shankman) und Autors (Brigitte Hales) als im ersten Film, deutet die Prämisse der Fortsetzung darauf hin, dass sie ihren selbstbewussten Humor beibehalten hat. Es ist 15 Jahre her, dass Prinzessin Giselle in eine geschäftige Metropole verbannt wurde und durch laute Straßen und hitzköpfige Stadtarbeiter navigierte, um ihren Prinz Edward zu finden. Stattdessen entdeckte sie den ohnmächtigen Scheidungsanwalt Robert (Patrick Dempsey) und seine Tochter Morgan; Giselle und Robert sind jetzt verheiratet und haben ein Baby, und die einst niedliche Morgan (gespielt von Gabriella Baldacchino) ist ein patziger, süffisanter Teenager. Das Paar, das aus seiner Stadtwohnung herausgewachsen ist, zieht in einen Vorort namens Monroeville. Selbst Prinzessinnen können der Tyrannei des Wettlaufs um den Weltraum nicht entkommen, ein Witz, der angesichts so vieler besonders klug erscheint Verzaubert Fans werden jetzt den schwarzen Humor erwerben, der benötigt wird, um sich auf dem modernen Wohnungsmarkt zurechtzufinden.

Idina Menzel und James Marden kehren als Nancy und Edward zurück, die nun glücklich als Ehemann und Ehefrau das Märchenreich Andalasien regieren. Sie fragen: „Bist du jetzt arm?“ „Nein, es heißt ‚Fixer Upper’“, antwortet Giselle. Bald lernt sie die Bienenkönigin der Stadt, Malvina Monroe, gespielt von Maya Rudolph, kennen, die ihr durchdringende Blicke zuwirft, die „Bösewicht“ sagen. Aber irgendwas ist los. Nicht nur mit der neuen Nachbarschaft, sondern mit dem Film selbst. Es fühlt sich alles seltsam angespannt an, Giselles Gesang ist jetzt ein blechernes Quietschen, die Songs zum Vergessen und die Atmosphäre deprimierend. Und warum klingt Pip das Streifenhörnchen jetzt wie Bobby Baccalieri?

Aber das Hauptproblem ist das Entzaubert verlässt die Idee, die den ersten Film so gut funktionieren ließ: modernes amerikanisches Leben mit einer magischen Welt zu vermischen. Die Handlung basiert auf Giselles naivem Wunsch, dass das Leben „wie ein Märchen“ sein könnte, eine Bitte, die sie in eine böse Stiefmutter verwandelt. Warte… Giselle bricht schlecht? Und gegen Malvina, die böse Königin der Stadt, in den Krieg zieht? Was gibt es nicht zu lieben?

Aber dafür ist das Skript nicht schlau genug; es fühlt sich wie ein auswendig gelerntes Märchen an, das alte Tropen träge wiederverwertet, anstatt sie geschickt zu verspotten. Adams gibt nicht gut genug Böses, um die Idee von Giselle als süße Unschuldige ausreichend zu verbannen. Und ehrlich gesagt, sie und Rudolph zu Bösewichten zu machen, ohne sie als Lager wie Prinz Edwards Beinstrümpfe zu machen, rechtfertigt einen schrecklichen Fluch. Dempsey, Menzel und Marsden (der auf mysteriöse Weise nicht gealtert ist) werden massiv zu wenig genutzt, vielleicht weil Morgan das wahre Herz dieser Geschichte ist. Sie wird angenehm von Baldacchino gespielt, aber die Handlung um eine Stiefmutter und eine Tochter, die ihre Liebe zueinander zeigen, fühlt sich eher süßlich als progressiv an. Wo ist die Satire? Wo ist die Subversion? Manchmal ist „glücklich bis ans Ende“ keine Ausrede oder eine veraltete, romantische Vorstellung, dass die Ehe alles löst. Manchmal ist es einfach der beste Zeitpunkt, um mit der Geschichte aufzuhören.

Regie: Adam Shankman. Darsteller: Amy Adams, Maya Rudolph, Gabriella Baldacchino, Patrick Dempsey, James Marsden, Idina Menzel. 121 Minuten.

„Disenchanted“ wird jetzt auf Disney+ gestreamt

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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