Donnerstag, Januar 20, 2022
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Eine Chronik der Ereignisse Prinz Andrew: In den letzten Jahren ging es nur bergab

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Prinz Andrew hat seine Militärtitel an die Queen zurückgegeben. Hintergrund war die Klage wegen sexuellen Missbrauchs einer damals 17-Jährigen. Eine Chronik der Ereignisse.

Prinz Andrew, der Sohn von Königin Elizabeth II., wird oft im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen zitiert, denen sich der amerikanische Unternehmer Jeffrey Epstein ausgesetzt sieht. Epstein wurde für den Prozess inhaftiert. Er wurde jedoch am 10. August 2019 tot in seiner Zelle aufgefunden. Doch was hat der britische Royal mit den Machenschaften der Amerikaner zu tun?

Der Sohn der Queen soll vor 20 Jahren eine Frau, Virginia Giuffre, missbraucht haben. Giuffre war damals erst 17, also minderjährig. Das Opfer behauptet, der verstorbene Epstein und seine ehemalige Partnerin Ghislaine Maxwell hätten sie als Teenager zusammen mit Dutzenden anderer Minderjähriger zur Sexsklavin gemacht.

Virginia Giuffre: Sie ist die Frau, die Prinz Andrew verklagt, weil er sie angeblich sexuell missbraucht hat, als sie noch minderjährig war.  (Bildnachweis: IMAGO / ZUMA Wire)Virginia Giuffre: Sie ist die Frau, die Prinz Andrew verklagt, weil er sie angeblich sexuell missbraucht hat, als sie noch minderjährig war. (Bildnachweis: IMAGO / ZUMA Wire)

In der Vereinbarung von 2009 stimmte Giuffre mit Epstein überein, Personen in der Nähe von Epstein, die als „potenzielle Angeklagte“ angesehen werden könnten, nicht zu beschuldigen. Diese Vereinbarung zwischen Epstein und Giuffre bezieht sich auf alles, was „vom Beginn der Welt bis zum Tag der Verständigung“ passiert ist, heißt es in dem Dokument weiter.

Virginia Roberts – Giuffre hieß früher – erhielt eine Zahlung von 500.000 US-Dollar. Dies wurde jedoch erst im Januar 2022 bekannt, weil in Folge von Giuffres Klage alte Gerichtsdokumente geöffnet wurden. Da Andrew in der Vereinbarung jedoch nicht genannt wird, schützt sie ihn nicht vor der Klage von Giuffre im Jahr 2021.

Jahrelang ist nichts passiert. Aber im April 2015, während eines Verleumdungsprozesses, beschuldigte Giuffre Epstein und Maxwell, sie 2001 zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen zu haben. Damals wurde der Anschuldigung jedoch keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt.

Erst mehr als vier Jahre später wurden diese Vorwürfe öffentlich gemacht. Im August 2019 wurden die Dokumente zum Prozess von 2015 entsiegelt. Die Papiere enthüllten nicht nur den Sexhandel, den Giuffre Epstein und Maxwell vorwarf, sondern auch andere Details. Eine andere Zeugin, Johanna Sjoberg, erzählte den Ermittlern von einer sexuellen Erfahrung, an der sie, Maxwell, Prinz Andrew, Giuffre und sogar eine der Puppen des Prinzen beteiligt waren. Buckingham Palace wies diese Vorwürfe damals zurück.

Nach Epsteins Tod ging Prinz Andrew an die Öffentlichkeit und gab eine Erklärung ab. Darin sprach er allen, die von Epstein betroffen waren und die einen Abschluss finden wollten, sein Mitgefühl aus. Er sagte auch, dass er selbst kein solches Verhalten miterlebt habe, das zu Epsteins Inhaftierung geführt habe. Giuffre hingegen veröffentlichte daraufhin seine eigene Aussage, dass Andrew genau wusste, was Epstein getan hatte.

Andrew trat im November 2019 von seinen royalen Pflichten zurück. Hintergrund war ein umstrittenes BBC-Interview. In der Show behauptete Andrew, dass ein Foto, das ihn und den damals 17-jährigen Kläger zeigt, eine „Fälschung“ sei. An einem von Giuffre als Tatzeit angegebenen Abend war Andrew mit seinen Töchtern Beatrice und Eugenie zu Hause.

Geschäftspartner, Universitäten und Wohltätigkeitsorganisationen sollen nach diesem Skandal-Interview im britischen Fernsehen ihre Zusammenarbeit mit dem Royal beendet haben.

Im August 2021 reichte Giuffre Anklage gegen Prinz Andrew ein. „Ich werde Prinz Andrew für das, was er mir angetan hat, zur Rechenschaft ziehen“, sagte der Kläger damals. Im September heuerte der britische Blueblood ein prominentes Anwaltsteam an, um sich zu verteidigen. Er bestritt die Vorwürfe dennoch.

Königin Elizabeth II. und Prinz Andrew treten 2019 auf. (Quelle: IMAGO / Matrix)Königin Elizabeth II. und Prinz Andrew treten 2019 auf. (Quelle: IMAGO / Matrix)

Einen Monat später, im Oktober 2021, wurde bekannt gegeben, dass die Queen für die Anwalts- und Gerichtskosten ihres Sohnes aufkommen werde. Inzwischen soll sie aber die Geldzufuhr zu Andrew abgestellt haben. Im Dezember letzten Jahres versuchte Andrew, die Zivilklage gegen ihn einzustellen. Aber dies schlug fehl. Am 12. Januar 2022 entschied ein New Yorker Gericht, dass Giuffre Andrew verklagen könne und dass dieser Prozess vor einem US-Gericht geführt werden könne.

Nur einen Tag später, am 13. Januar 2022, gab der Buckingham Palace bekannt, dass Andrew seine militärischen Titel aufgibt und weiterhin keine öffentlichen oder repräsentativen Aufgaben für das britische Königshaus übernehmen wird.

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