Dienstag, Oktober 26, 2021
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"Musste so tun" Wer war schuld, dass Paul McCartney die Trennung der Beatles auspackt?

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Es ist mehr als 50 Jahre her, dass sich die Beatles getrennt haben, aber es wird bis heute erbittert debattiert, wer war für den Bruch innerhalb der Band verantwortlich. Spricht in einem neuen Interview Paul McCartney jetzt Klartext.

Gemeinsam stiegen sie in den Musik-Olymp auf, doch das Ende der Beatles war voller Krisen und Auseinandersetzungen. Viele Gerüchte und Geschichten ranken sich bis heute um den Auslöser für die endgültige Trennung. Nun hat Sänger und Bassist Paul McCartney, der im April 1970 selbst das Ende der Band machte, erneut seine Unschuld beteuert.

„Ich habe die Pause nicht eingeleitet. Das war unser Johnny“, sagte der 79-Jährige in einem Interview mit der BBC, das am 23. Oktober ausgestrahlt werden soll und aus dem der Sender am Montag vorab unter Berufung auf seine Co-Songwriter John Lennon. „Eines Tages kam John in den Raum und sagte: ‚Ich verlasse die Beatles.‘ Ist das eine Spaltung oder nicht?“ Erinnert sich an McCartney.

Lennon, der 1980 in New York erschossen wurde, fand den Umzug „ziemlich spannend“ und verglich ihn mit einer Scheidung, berichtete die 79-Jährige in einem Interview mit dem Interviewer John Wilson. Der folgende jahrelange Rechtsstreit zwischen der Band, zu der auch der 2001 an Krebs verstorbene Gitarrist George Harrison und Schlagzeuger Ringo Starr gehörten, erinnerte an einen Rosenkrieg.

„McCartney“, die Soloplatte des Sängers, wurde im April 1970 veröffentlicht. Er schickt die Platte zusammen mit einem Brief im Frage-und-Antwort-Format an Journalisten, der den Bruch enthüllt: plant er ein neues Album, eine Single oder Auftritte mit dem Beatles? „Nein.“ Ist ihre Trennung vorübergehend oder dauerhaft? „Ich weiß nicht.“ Es gibt persönliche, geschäftliche und musikalische Unterschiede, gibt McCartney zu. Die Aussagen wurden allgemein als das Ende der Beatles verstanden – „Paul verlässt die Beatles“ titelte die Daily Mail am 10. April. Die Gruppe versuchte zu beschwichtigen, aber der Bruch war öffentlich und der interne Streit wurde offensichtlich.

Aber wie McCartney mehrmals sagte und wie Berichte der anderen Bandmitglieder deutlich machen: Es war nicht der Sänger und Bassist, die sich getrennt haben. Tatsächlich war die Gruppe seit Monaten de facto am Ende – und dies wurde von John Lennon ausgelöst. Er hatte seinen Bandkollegen bereits im September 1969 mitgeteilt, dass er aufhören würde und erzählte später diese Version. Auf Wunsch von Manager Allen Klein hielten die „Fabulous Four“ jedoch vorerst fest. Denn die Arbeiten am letzten Studioalbum „Let It Be“ waren noch nicht abgeschlossen, und einige Verträge waren noch nicht besiegelt.

„Also mussten wir ein paar Monate lang so tun, als ob“, sagt McCartney Jahrzehnte später der BBC. „Es war seltsam, weil wir alle wussten, dass die Beatles vorbei waren, aber wir konnten nicht einfach gehen.“ Am Ende hatte er aber die Ausreden satt und ließ die Katze aus dem Sack, berichtet McCartney. Die Promotion seiner Solo-LP, die bald darauf erschien, wurde von den Nachrichten sicherlich nicht beeinflusst, wie Kritiker eingravierten.

Tatsächlich war der Bruch längst angedeutet, schreiben doch viele Biographen seit Jahrzehnten immer wieder. Die Bandmitglieder wuchsen auseinander. McCartney heiratete Linda Eastman und das Paar hatte ein Kind. John Lennon heiratete die Künstlerin Yoko Ono und setzte unter anderem mit dem gemeinsamen „Bed-in“ politische Signale. Alle Soloprojekte verfolgt. Die Beatles hatten dort seit Jahren kein Konzert mehr gegeben.

John Lennon und Yoko Ono: Mit seiner Frau hat er den Welthit "Imagine" geschrieben.  (Quelle: imago / United Archives)John Lennon und Yoko Ono: Mit seiner Frau hat er den Welthit „Imagine“ geschrieben. (Quelle: imago / United Archives)

Rein geschäftliche Treffen der Bandmitglieder seien immer unangenehmer geworden, berichtete McCartney. „Wir hatten damals kleinere Meetings und es war schrecklich“, erinnert er sich. „Es war das Gegenteil von dem, was wir waren.“

Heute sei die Pause unvermeidlich gewesen, sagt er. Lennon „wollte in Amsterdam eine Woche lang in einem Sack spazieren gehen und in einem Bett liegen, um Frieden zu finden. Und das war nicht zu erschüttern“, sagt er im BBC-Interview. Das sollte denjenigen unter den Beatles-Fans Auftrieb geben, die Lennons manchmal skurrile Auftritte mit Yoko Ono für das Ende der Band verantwortlich machen. Aber das ist weit weg von McCartney. „Sie waren ein großartiges Paar. Sie strahlten eine enorme Stärke aus“, sagt er.

Ein bisschen melancholische Klänge allerdings, so erfolgreich wie McCartney und die anderen Beatles als Solokünstler waren. Nicht nur John Lennons Welthit „Imagine“, der heute, Montag, seinen 50. Geburtstag feierte, wird in Vergessenheit geraten. McCartney sagt, die Gruppe habe noch „ziemlich gutes Zeug“ geschaffen, als es eigentlich schon kaputt war: „“ Abbey Road“, „Let it Be“, sehr anständig.“

Die Sängerin betont: „Das war meine Band, das war mein Job, das war mein Leben, deshalb wollte ich, dass es weitergeht.“ Und wenn Lennon die Band nicht verlassen hätte, wäre die Karriere dann weitergegangen? „Das hätte gut sein können.“ Genug Stoff also für neue Legenden.

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