Dienstag, Oktober 26, 2021
StartKULTUR UND KUNST"Sein Sound lässt etwas in mir klingen"

„Sein Sound lässt etwas in mir klingen“

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DDie wichtigsten Fragen und Antworten zum Buch:

Eine Anonymität über Sex? Weißt du wer sie ist?

In den Medien heißt es Frau. Jede Journalistin mit einem mäßig aufregenden Leben zwischen 30 und 60 hätte schreiben können: die Männer, das Geschlecht, die Sorgen.

Moment mal, ist es egal, wer der Autor ist?

Nicht wirklich. Diese Sexualbiografie wirkt so routiniert erzählt, gut geplant komponiert, stilistisch geglättet – paradoxerweise teilnahmslos.

Sind die Sexszenen zumindest sexy?

Bei der Französin Catherine Millet sind sie besser. Und bei der Amerikanerin Lisa Taddeo wird noch mehr von ihnen abgeleitet. Oh, Sie müssen nicht einmal von de Sade aus starten, aber …

Er war auch keine Frau! Nur wenige Schriftsteller sind gut darin, über Sex zu schreiben. Wie schreibt Anonyma?

Also: „Im Spannungsfeld zwischen Begehren und Verführung habe ich selten nein gesagt.“ Und: „Sein Sound lässt etwas in mir wie eine Stimmgabel klingen.“

Danke, das reicht. Ist das also eine Art postmoderne Selbsthilfeliteratur?

Wenn man es sehr hoch hängt, könnte man sagen: Hier geht es darum, das richtige Gefühl zu finden. 50 Gefühlsnuancen.

Muss ich das lesen?

Wer mitbestimmen will, welche neuen Trends sich abzeichnen und wie sie marktfähig präsentiert werden, ist unabdingbar: Medium-sexy Selbsterforschung in mittleren Jahren funktioniert offensichtlich. Alle anderen: lieber de Sade.

Anonym: Das Geschlecht meines Lebens. Kein Liebesroman. Ullstein, 192 Seiten, 19,99 Euro.

Am Donnerstag, 7. Oktober, um 13 Uhr ist es wieder soweit: Die Welt erfährt, wer 2021 den Literaturnobelpreis erhält. 2020 wurde die US-amerikanische Lyrikerin Louise Glück geehrt, die noch nicht einmal ein Konzept war Kritikern vor. Die gelegentliche Wahl von Außenseitern gehört zu den skurrilen und schönen Besonderheiten der Schwedischen Akademie, die seit 1901 insgesamt 117 Nobelpreise für Literatur vergab: 101 Mal an Männer, 16 Mal an Frauen, was einem Missverhältnis von 86 zu entspricht 14 Prozent.

Natürlich können Sie neben den Geschlechtern auch Nationalitäten zählen. Die meisten Literaturnobelpreise gingen nach Frankreich, wobei die absurde Zählung der Hälfte der Nobelpreise (bei Wikipedia) darauf zurückzuführen ist, dass Autoren mit zwei Nationalitäten nur der Hälfte einer Nation zugeordnet werden: Iwan Bunin zum Beispiel war staatenlos, als er erhielt den Preis 1933 als gebürtiger Russe in Frankreich. Im Gegensatz zu Olympia konkurrieren Schriftsteller nicht um Nationen, obwohl sie sich gerne damit schmücken.

Österreich beispielsweise war im letzten Vierteljahrhundert mit Peter Handke (2019) und Elfriede Jelinek (2004) ebenso erfolgreich wie Deutschland mit Günter Grass (1999) und Herta Müller (2009). Wie jedes Jahr sind die Wetten für das laufende Jahr volatil. Das Portal hält uns täglich auf dem Laufenden. Und wer die acht deutschen Nobelpreisträger ohne Hermann Hesse (Schweiz) auswendig kennt, der sollte an einer Quizshow teilnehmen. König

Das Adjektiv „allein“, ergänzt durch eine genauere Definition, wer mit wem allein ist, bezieht sich auf Komödienstoff: „Kevin – Allein zu Hause“, „Allein unter Frauen“, „Allein mit Onkel Buck“. Und Komödien enden bekanntlich meist mit einer Hochzeit. Was also will Daniel Schreiber mit seinem neuen Buch „Alone“?

Das einzige Wort im Titel verweist nicht nur optisch auf die kompromisslose Thematik, sondern verrät auch schon vor dem Aufschlagen der ersten Seite: Das Comedy-typische Happy End im Miteinander wird sich nicht einstellen. Im Wechsel zwischen philosophischem Essay und persönlichen Memoiren geht Schreiber existenziellen Fragen nach, die in der Flut der Beziehungs- und Freundschaftsliteratur untergehen: Wie nehmen Sie die Aussicht auf, keinen Partner zu finden? Was ist, wenn Freunde eine romantische Beziehung nicht ersetzen können? Und wie verabschiedet man sich von der großen Liebesgeschichte?

Mit aufschlussreichen Exkursen zu queerer, pandemischer und suizidaler Einsamkeit widmet sich Schreiber der besonderen Problematik der sogenannten „ambiguuous loss“. Eine lebhafte, melancholische Polemik gegen den langjährigen Optimismus einer durchtrainierten Gegenwart, die propagiert, dass alles erreicht werden kann. Aber was ist, wenn nicht? fragt Schreiber. In Worten, so ehrlich, dass sie gleichzeitig verletzen und heilen. Marie-Luise Goldmann

Daniel Schreiber: Allein. Hanser Berlin, 160 Seiten, 20 Euro.

Frau Shibata hat endlich genug vom Kaffeekochen und beschließt spontan, schwanger zu werden. Das klingt nicht nur verrückt, das ist es auch! In Emi Yagis höchst komischem und intelligentem Roman „Ms. Shibatas geniale Idee“ wird aus einer imaginären Schwangerschaft eine emanzipatorische Entscheidung.

Frau Shibata ist Angestellte in einer Schreibwarenfabrik. Obwohl sie studiert hat, ist sie ein Mädchen für alles. Zum Kaffeekochen, Abwaschen, Müllentsorgung. „Mir wurde nie ausdrücklich gesagt, dass dies alles zu meinem Job gehört, aber als ich es nicht tat, blieb mir eine ‚Mikrowelle!‘ wies darauf hin. ‚MS. Shibata, Mikrowelle!‘ Mein Name war nicht Mikrowelle. „

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