Montag, Oktober 18, 2021
StartKULTUR UND KUNSTSo reagiert die Welt auf den neuen Literaturnobelpreisträger

So reagiert die Welt auf den neuen Literaturnobelpreisträger

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Der Nobelpreis für den in Tansania geborenen Schriftsteller Abdulrazak Gurnah überraschte die deutschen Leser. Nur fünf seiner Bücher wurden ins Deutsche übersetzt, von denen derzeit keines erhältlich ist. Die Reaktionen im Netzwerk sind unterschiedlich:

„Ich gratuliere Abdulrazak Gurnah von ganzem Herzen zum Literaturnobelpreis – seine Verleihung zeigt, wie notwendig eine lebendige und breite Auseinandersetzung mit unserem kolonialen Erbe ist“, sagte Außenminister Heiko Maas.

Die NZZ wundert sich, dass wieder ein so unbekannter Autor gewählt wurde. Dies würde die Schwedische Akademie diskreditieren, „die es sich klar zum Ziel gesetzt hat, die Öffentlichkeit mit kapriziösen Entscheidungen zu täuschen und gleichzeitig die eigene Weltoffenheit und Weltoffenheit ins Schaufenster zu stellen“.

„Der Postillon“ ist viel entspannter: „Der Literaturnobelpreis geht wie immer an einen Schriftsteller, von dem man noch nie gehört hat.“

Die englische Fernsehjournalistin Lindsey Hilsum hingegen scheint ein Fan zu sein: „Ich freue mich selten über den Literaturnobelpreis, aber ich liebe die Arbeit von Abdulrazak Gurnah seit Jahren. Er ist ein Romancier von erstaunlicher Sensibilität und Poesie, der Geschichten aus der Perspektive von denen erzählt, an die der Leser selten denkt, wie etwa ein entlaufener Sklave. „

Auch Gurnahs langjährige Verlegerin bei Bloomsbury, Alexandra Pringle, war begeistert: „Er ist einer der größten lebenden afrikanischen Schriftsteller und niemand hat ihn beachtet und das hat mich einfach umgebracht. Ich habe letzte Woche einen Podcast gemacht und darin stand, dass er einer dieser Leute war, die einfach ignoriert wurden. Und jetzt ist das passiert. „

In der Zwischenzeit erinnert sich der Schriftsteller Salman Rushdie lieber an Gurnahs Beitrag zu seinem eigenen Werk: „Vor einigen Jahren war ich Abdulrazak Gurnah unendlich dankbar für die Veröffentlichung des Cambridge Companion für meine Arbeit. Jetzt hat er den Nobelpreis gewonnen! Herzliche Glückwünsche!!“

Und hier ist die Reaktion des Autors selbst:

lmk


Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Buch:

Eine Anonymität über Sex? Weißt du wer sie ist?

In den Medien heißt es Frau. Jeder Journalist mit einem gemein aufregenden Leben zwischen 30 und 60 hätte schreiben können: die Männer, das Geschlecht, die Sorgen.

Moment mal, ist es egal, wer der Autor ist?

Nicht wirklich. Diese Sexualbiografie wirkt so routiniert erzählt, gut geplant komponiert, stilistisch geglättet – paradoxerweise teilnahmslos.

Sind die Sexszenen zumindest sexy?

Bei der Französin Catherine Millet sind sie besser. Und bei der Amerikanerin Lisa Taddeo wird noch mehr von ihnen abgeleitet. Oh, Sie müssen nicht einmal von de Sade aus starten, aber …

Er war auch keine Frau! Nur wenige Schriftsteller sind gut darin, über Sex zu schreiben. Wie schreibt Anonyma?

Also: „Im Spannungsfeld zwischen Begehren und Verführung habe ich selten nein gesagt.“ Und: „Sein Sound lässt etwas in mir wie eine Stimmgabel klingen.“

Danke, das reicht. Ist das also eine Art postmoderne Selbsthilfeliteratur?

Wenn man es sehr hoch hängt, könnte man sagen: Hier geht es darum, das richtige Gefühl zu finden. 50 Gefühlsnuancen.

Muss ich das lesen?

Wer mitbestimmen will, welche neuen Trends sich abzeichnen und wie sie marktfähig präsentiert werden, ist unabdingbar: Medium-sexy Selbsterforschung im mittleren Alter funktioniert offensichtlich. Alle anderen: lieber de Sade.

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