Dienstag, Oktober 26, 2021
StartKULTUR UND KUNSTYouTube hätte nicht zwei Videos von #allesaufdentisch löschen sollen

YouTube hätte nicht zwei Videos von #allesaufdentisch löschen sollen

- Anzeige -


Zwei Videos der #allesaufdentisch-Kampagne, in der Künstlerinnen und Künstler Wissenschaftler zu ihrer Kritik an der Corona-Politik befragten, wurden von YouTube gelöscht. Dagegen gingen die Initiatoren juristisch vor – mit Erfolg.

DDie Videoplattform YouTube hat laut einer Eilentscheidung des Landgerichts Köln zwei Interview-Clips aus der umstrittenen Kampagne #allesaufdentisch zu Unrecht gelöscht. Auf Antrag der Initiatoren der Internetkampagne erließ das Gericht zwei einstweilige Verfügungen gegen die Plattform.

YouTube habe den Kanalbetreibern nicht genau genug mitgeteilt, welche Passagen ihrer Meinung nach gegen welche Bestimmung ihrer Richtlinien verstoßen, sagte eine Gerichtssprecherin am Montag auf Nachfrage. „Bild“ hatte zuvor über den Gerichtsbeschluss berichtet.

Die Zeitung zitiert aus der Gerichtsentscheidung, dass YouTube Videos nur dann löschen dürfe, wenn es „offensichtliche, auf den ersten Blick erkennbare medizinische Fehlinformationen“ gebe, ohne konkrete problematische Passagen zu benennen. Bei den gelöschten Interviews handelt es sich um „längere Videos“, die „auch eine Vielzahl von eindeutig zulässigen Aussagen enthalten“. Laut „Bild“ wurden mehrere Clips gelöscht, in denen Künstler Wissenschaftler zu ihrer Kritik an der Corona-Politik befragten.

Die Gerichtssprecherin sagte, der Gerichtsbeschluss werde erst wirksam, wenn er auf YouTube zugestellt wurde. YouTube kann dann auch im Eilverfahren Widerspruch einlegen. Dann würde die Zivilkammer des Landgerichts die Angelegenheit verhandeln.

Von der zum Google-Konzern gehörenden Plattform YouTube stand am Montagabend noch eine Antwort auf ein Ersuchen aus – zum einen zur Löschung selbst, zum anderen zum Gerichtsbeschluss.

Ende September startete die Internetkampagne #allesaufdentisch, an der auch der Schauspieler Volker Bruch teilnahm. In vielen Videos, die online hochgeladen wurden, werden unter anderem die Corona-Maßnahmen und die Medienberichterstattung darüber kritisiert. In den Clips werden verschiedene Gesprächspartner – zum Beispiel aus der Wissenschaft – über medizinische und soziale Aspekte gesprochen. Kritiker werfen den Machern vor, verschwörungsideologischen Narrativen zu dienen.

Die Videokampagne erinnert an eine Aktion, die Monate zuvor für Furore gesorgt hatte: Damals kritisierten Menschen aus der Filmszene den Umgang mit dem Coronavirus mit satirischen Videos unter dem Hashtag #allesdichtmachen. Die Aktion hatte kontroverse Reaktionen hervorgerufen – einige warfen der Gruppe vor, das Coronavirus herunterzuspielen. Einige Teilnehmer distanzierten sich später.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare