Donnerstag, Februar 2, 2023
StartNACHRICHTEN10,5 Prozent mehr gefordert Arbeitgeber bremsen Tarifforderungen von Verdi und DBB

10,5 Prozent mehr gefordert Arbeitgeber bremsen Tarifforderungen von Verdi und DBB

- Anzeige -


Arbeitgebervertreter lehnen Forderungen der Gewerkschaften nach Aufnahme von Tarifverhandlungen ab. Verdi und der Deutsche Beamtenverband wollen 10,5 Prozent mehr Löhne im öffentlichen Dienst. Bundesinnenminister Faeser und der Bund der Steuerzahler warnen vor einem zu hohen Grad.

Zu Beginn der Tarifverhandlungen für die rund 2,4 Millionen Beschäftigten in Bund und Kommunen war eine Lösung des Tarifkonflikts nicht in Sicht. Zu Beginn der Tarifrunde in Potsdam forderten die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund (DBB) wegen der hohen Inflation eine Lohnerhöhung von 10,5 Prozent für einen Zeitraum von zwölf Monaten, mindestens aber 500 Euro mehr ein Monat. Vertreter von Bund und Kommunen lehnten den Antrag mit Verweis auf die Haushaltslage ab.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser sagte, die Arbeitnehmer erwarten angemessene Antworten auf Energiekrise und Inflation. Allerdings muss ein Tarifvertrag auch die Entlastungspakete der Bundesregierung berücksichtigen. Außerdem sollten öffentliche Arbeitgeber nur in dem Umfang belastet werden, wie sie offene Stellen noch besetzen können.

Karin Welge, Präsidentin des Verbands kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) und Oberbürgermeisterin des nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen, machte deutlich, dass sie in der dritten Verhandlungsrunde Ende März einen Tarifabschluss ohne Schiedsverfahren anstrebe . Bund und Kommunen legten zunächst kein Arbeitgeberangebot vor.

Vor dem Tagungshotel demonstrierten Mitglieder von Verdi und DBB zum Verhandlungsstart für höhere Löhne. „Wir gehen mit Zuversicht in diese Tarifverhandlungen, bei den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gibt es breite Unterstützung für unsere Forderungen“, sagte Verdi-Bundeschef Frank Werneke vor Beginn der Verhandlungen.

Beschäftigte seien durch offene Stellen massiv belastet, „weil die öffentliche Hand zu schlecht zahlt“, fügte Werneke hinzu. Seit dem letzten Tarifabschluss 2020 sind die Preise um elf Prozent gestiegen, die Löhne aber deutlich weniger gesunken. Inflation hat ein hartes soziales Ungleichgewicht. „Das muss nachgeholt werden, die Preise steigen weiter“, sagte Werneke, „dass wir in der öffentlichen Hand handlungsfähig sind und Streiks flächendeckend bekannt sein sollten.“ Arbeitgeber müssten schnell „ein konkretes und verhandlungsfähiges Angebot abgeben“, forderte der DBB-Vorsitzende Ulrich Silberbach. „Die Preiserhöhung ist real, die Arbeitsintensivierung ist real, der Personalmangel ist real“, sagte er.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, warnte die Tarifpartner in der „Rheinischen Post“ vor einem zu hohen Deal. Der Bund ist hoch verschuldet, auch die Kommunen leiden unter drückenden Ausgaben. Überzogene Tarifverträge mit anschließendem Übergang in den immer größer werdenden öffentlichen Dienst führten zwangsläufig entweder zu höheren Schulden oder steigenden Steuerlasten für Bürger und Unternehmen, sagte Holznagel der Zeitung.

Am Mittwoch läuft die Friedenspflicht der Gewerkschaften aus. Warnstreiks wären dann sofort möglich. Die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen soll am 22. und 23. Februar sowie vom 27. bis 29. März fortgesetzt werden.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare