Samstag, Mai 21, 2022
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18-Jähriger erschießt zehn Menschen: "Wie in einem Horrorfilm"

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Im Bundesstaat New York hat ein Mann in einem Supermarkt mehrere Menschen getötet. Er soll ein Sturmgewehr benutzt haben. Die Polizei vermutet ein rassistisches Motiv.

Ein Schütze in der US-Stadt Buffalo hat es in sich

Supermarkt hat zehn Menschen erschossen. Drei Menschen wurden laut Polizeichef Joseph Gramaglia verletzt. Der Verdächtige wurde kurz nach Eintreffen der Polizei festgenommen.

Das Verbrechen ereignete sich um 14:30 Uhr Ortszeit, nachdem der schwer bewaffnete Schütze mehrere Kilometer nördlich der Innenstadt von Buffalo aus seinem Auto gestiegen war. Er eröffnete auf dem Parkplatz des Supermarkts das Feuer auf mehrere Personen und betrat dann den Laden, wo er sich schließlich der Polizei stellte.

„Der Schütze stammte nicht aus dieser Gemeinde“, sagte Bürgermeister Byron Brown bei einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag (Ortszeit). „Der Schütze ist stundenlang von außerhalb dieser Gemeinde angereist, um dieses Verbrechen gegen die Menschen in Buffalo zu begehen.“

Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen 18-Jährigen aus dem mehr als 320 Kilometer entfernten Conklin handeln, der in Armeekleidung mit einem Sturmgewehr den Supermarkt betreten hatte. Der Mann trug auch eine Kamera und einen Helm.

Nach Angaben der Polizei von Buffalo übertrug der 18-Jährige seine Gewalttat live im Internet. Ein Sprecher des Streamingdienstes Twitch bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass der Täter seinen Angriff live auf der Plattform übertrug. Die Übertragung endete jedoch weniger als zwei Minuten nach Beginn der Twitch-Gewalttat. Unter anderem wird nun überwacht, dass andere Seiten den Inhalt nicht erneut versenden.

Unter den Toten des Ladens ist ein pensionierter Polizist, der dort als Wachmann gearbeitet hat. Obwohl der Mann mehrmals auf den Angreifer geschossen habe, könne er das Feuer erwidern, weil er eine kugelsichere Weste trage, sagte Polizeichef Gramaglia. Der 18-Jährige richtete die Waffe auf sich selbst, als die Polizei am Tatort eintraf, aber die Polizei sagte, er sei schließlich überredet worden, sich zu ergeben.

„Wir untersuchen diesen Vorfall sowohl als Hassverbrechen als auch als Fall von rassistisch motiviertem gewaltbereitem Extremismus“, sagte ein FBI-Ermittler am Samstag in Buffalo. Elf der 13 Toten und Verletzten sind Schwarze, teilte die Polizei mit. Auch die Staatsanwaltschaft Erie sprach von Hinweisen auf „Rassenhass“, ohne weitere Details zu nennen.

Laut US-Medienberichten untersuchen die Behörden ein ausführliches „Manifest“ des Täters, das vor der Schießerei online veröffentlicht worden sein soll und in dem der Mann seine Pläne und seine rassistischen Motive erläutert. Laut einem Bericht der Lokalzeitung „The Buffalo News“ trägt die halbautomatische Waffe des Täters zudem eine rassistische Aufschrift und die Nummer 14 – ein Hinweis auf weiße Rassisten.

Der Gouverneur des Bundesstaates New York hat die tödliche Schießerei in Buffalo als Terrorismus bezeichnet. Der Täter sei ein Rechtsextremist, der einen „terroristischen Akt“ begangen habe, sagte Kathy Hochul am Samstagabend auf einer Pressekonferenz.

Sie hofft aufrichtig, dass diese Person, die gerade ein Hassverbrechen begangen hat, den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen wird. Hochul kritisierte auch soziale Netzwerke, die einer strengeren Regulierung bedürfen. Dort würden die Rechten ihre Ideologien verbreiten und sich fast berauschen.

Das Büro des Bezirksstaatsanwalts John Flynn teilte auf Twitter mit, dass der Täter, der aus Conklin, New York, stammte, wegen Mordes angeklagt werde.

Der Supermarkt liegt mehrere Meilen nördlich der Innenstadt von Buffalo in einem Gebiet, das hauptsächlich von Schwarzen bewohnt wird. „Warum sollte ein Weißer hierher kommen und in einem schwarzen Supermarkt schießen?“ fragte ein Anwohner im Lokalfernsehen.

Ein Polizist beschrieb den Tatort in der Zeitung The Buffalo News: „Es ist, als würde man in einen Horrorfilm hineingehen, aber alles ist echt.“ Die Zeitung zitierte auch einen Supermarktmitarbeiter, der kurz vor dem Vorfall in den Kühlraum gegangen sei. „Ich habe mich versteckt. Ich habe mich einfach versteckt. Ich wollte den Raum nicht verlassen“, sagte er. Die Moderatorin des Lokalsenders WKBW sagte sichtlich schockiert, ihr Mann habe etwa eine Stunde vor der Tat den Supermarkt besucht.

US-Präsident Joe Biden sprach nach der tödlichen Schießerei sein Beileid aus. Die Tat sei „schrecklich“, hieß es am Samstagabend (Ortszeit) aus dem Weißen Haus. „Der Präsident und die First Lady beten für die Opfer und ihre Familien.“ Biden wurde von seinem Heimatschutzberater über die Tat informiert und wird weiterhin auf dem Laufenden gehalten.

Das blutige Verbrechen von Buffalo ist einer von mehreren rassistisch motivierten Morden in den Vereinigten Staaten. 2019 fuhr ein weißer Rechtsextremist stundenlang durch Texas und erschoss 23 Menschen in El Paso, wo mehrheitlich Latinos leben. Vier Jahre zuvor eröffnete ein Weißer das Feuer auf eine afroamerikanische Kirche in Charleston, South Carolina, und tötete neun Menschen. In beiden Fällen posteten die Täter vor ihren Taten hasserfüllte „Manifeste“ im Internet.

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