Mittwoch, Dezember 8, 2021
StartNACHRICHTEN2G-, Einzelhandels-, Ausgangssperren-Länder schärfen sich erheblich – oft Sperrung für ungeimpfte Menschen

2G-, Einzelhandels-, Ausgangssperren-Länder schärfen sich erheblich – oft Sperrung für ungeimpfte Menschen

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Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus und gegen eine Überlastung des Gesundheitssystems angesichts der massiv steigenden Infektionszahlen verbessern andere Bundesländer ihre Corona-Regelungen. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Berlin sowie Bayern sollen die angepassten Regelungen am Mittwoch in Kraft treten. Im Kern geht es wie bei den bereits geänderten Regelungen um massive Einschränkungen für Ungeimpfte. Sie sind von weiten Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen gelten ab Mittwoch strengere Corona-bedingte Beschränkungen. Das teilte Gesundheitsstaatsminister Karl-Josef Laumann mit. Im Freizeitbereich gelten flächendeckend Zugangsbeschränkungen für nicht geimpfte oder genesene Erwachsene (2G-Regel). In Gebieten mit besonders hohem Ansteckungsrisiko – wie Diskotheken, Clubs oder Karnevalsfeiern – müssen auch Geimpfte und Genesene einen aktuellen Negativtest (2G plus) vorlegen. Ausnahmen gelten für Minderjährige und Personen ohne Impfempfehlung oder Personen, die nicht geimpft werden können.

Ungeimpfte Menschen seien dann mit Ausnahme ihres Arbeitslebens vom gesellschaftlichen Geschehen weitgehend ausgeschlossen, sagte Laumann. Der CDU-Politiker betonte, es sei nicht verantwortlich, sich nicht impfen zu lassen, wenn es der Gesundheitszustand zulasse. In Nordrhein-Westfalen gibt es noch rund eine Million Arbeitnehmer, die nicht geimpft sind. Sie müssten ab Mittwoch jeden Tag mit einem neuen negativen Test zur Arbeit kommen. NRW werde weitere Schutzmaßnahmen ergreifen, sobald diese sogenannte Krankenhauseinweisungsrate über sechs liege, erklärte Laumann (aktueller Wert laut RKI: 4,22).

Niedersachsen

Auch Niedersachsen stellt mit einer neuen Corona-Verordnung fast flächendeckend auf eine 2G-Regelung im öffentlichen Leben um. Das sagte Ministerpräsident Stephan Weil von der SPD in Hannover. Alle Freizeit-, Kultur-, Gastronomie- und Sporteinrichtungen sind nur für Geimpfte und Genesende zugänglich. Dies gilt auch für Weihnachtsmärkte im Freien. Außerdem bleibt trotz 2G die Maskenpflicht als zusätzliche Schutzmaßnahme überall in Kraft.

Das bedeute auch „eine starke Einschränkung für Ungeimpfte“. In Niedersachsen ist die Pandemie-Situation noch weniger dramatisch als in anderen Teilen Deutschlands. „Aber es macht uns auch Sorgen“, sagte Weil. Nach der neuen Verordnung treten die Warnstufen wie in anderen Bundesländern schneller in Kraft. Wer geimpft und von 2G genesen ist, muss in vielen Fällen auch negative Tests (2G plus) vorlegen.

Berlin

Ab Samstag haben nur noch Corona-Impfte und Genesene Zugang zu den meisten Berliner Geschäften, nicht aber Ungeimpfte. Der Senat einigte sich auf eine entsprechende Ausweitung der sogenannten 2G-Regeln. Ausnahmen sollen für die Grundversorgung wie Supermärkte, Drogerien oder Apotheken gelten. Zudem gelten in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens in Berlin, zu denen nur Geimpfte und Rekonvaleszente Zutritt haben, demnächst zusätzliche Auflagen wie Masken- oder Testpflichten.

Der Senat einigte sich auf sogenannte 2G-Plus-Regeln, eine formelle Beschlussfassung stand allerdings noch aus. Demnach ist eine Maskenpflicht überall dort geplant, wo 2G aktuell wirksam ist, etwa im Kultur- und Freizeitbereich. Wo dies nicht möglich ist, beispielsweise in der Gastronomie, sollten alternativ ein Negativtest und Abstandsregeln notwendig sein.

Hamburg

Der Hamburger Senat will die sogenannte 2G-Regel auf Beherbergungsbetriebe und den Kulturbereich ausweiten. Das bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene von Corona Theater, Kinos, Freizeiteinrichtungen und Hotels besuchen dürfen, wie Oberbürgermeister Peter Tschentscher von der SPD nach einer Senatssitzung mitteilte. Dies begründete er mit dem erwarteten Anstieg der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz auf über 3 (aktuell nach RKI: 2,11).

In der Hansestadt gelten seit vergangenem Wochenende strengere 2G-Regeln. Danach haben nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu bestimmten Bereichen wie Restaurants, Bars und Clubs. Gleiches gilt für den Hallensport, für Freizeitchöre und -orchester sowie für körpernahe Dienste – sofern es sich nicht um Friseure, Fußpflege und medizinische Behandlungen handelt. Besuche unter 3G-Bedingungen sind dort weiterhin möglich. Jugendliche sollen vorerst von der 2G-Regel ausgenommen werden. Tschentscher kündigte jedoch an, dass die Ausnahme für 16- und 17-Jährige in naher Zukunft nicht mehr gelten werde.

Bayern

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat das bayerische Kabinett entschieden, hart gegenzusteuern. Sie sollen – mit Zustimmung des Landtages am Nachmittag – in der kommenden Nacht in Kraft treten und damit ab Mittwoch gelten. Für Ungeimpfte gelten dann in Bayern strenge Kontaktbeschränkungen: Maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich treffen. Nur Kinder unter zwölf Jahren, Geimpfte und Rekonvaleszente zählen nicht. Alle Clubs, Discos und Bars müssen schließen, Restaurants dürfen nur bis 22 Uhr geöffnet bleiben Weihnachtsmärkte fallen aus. Kultur- und Sportveranstaltungen dürfen ab Mittwoch nur noch mit maximal 25 Prozent Zuschauern stattfinden.

Außerdem gilt dann flächendeckend die 2G-Regel: Nur Geimpfte und Genesene haben Zugang zu Friseuren, Universitäten, Musik-, Fahr- und Volkshochschulen sowie Bibliotheken. In vielen Bereichen wird 2G plus sogar in Zukunft gelten. Dies gilt beispielsweise für Kultur- und Sportveranstaltungen, Messen und Tagungen sowie Freizeiteinrichtungen aller Art wie Zoos, Bäder und Seilbahnen. Steigt die siebentägige Inzidenz über 1000, greifen drastischere Maßnahmen: Gastronomie, Hotels, Sport- und Kulturstätten müssen schließen, Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen aller Art sind untersagt. Anders als zunächst geplant dürfen Friseure nun aber geöffnet bleiben. Schulen und Kitas bleiben in ganz Bayern geöffnet.

Thüringen

Angesichts der angespannten Corona-Lage in Thüringen hat das Kabinett weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Clubs, Bars und Diskotheken sollen geschlossen, Weihnachtsmärkte verboten werden, in Restaurants soll eine Ausgangssperre um 22 Uhr gelten, wie Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag in Erfurt mitteilte. Auch Schwimmbäder, Freizeitbäder, Saunen und Thermen müssen schließen. Ausnahmen gibt es für den Schulsport.

Die neue Corona-Verordnung unterscheidet teilweise stark nach dem Impfstatus der Menschen. Für diejenigen, die weder geimpft noch von der Covid-19-Erkrankung genesen sind, gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens. Auch für ungeimpfte Personen gelten Kontaktbeschränkungen. Zudem gilt ab Mittwoch in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens eine 2G-Regelung. Das bedeutet, dass nur Geimpfte oder Genesene dort Zutritt haben. Auch im Einzelhandel wird 2G zur Pflicht. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Apotheken oder Drogerien. In einigen Bereichen wird in Zukunft sogar ein 2G-Proof nicht mehr ausreichen. Ab sofort gilt 2G plus in geschlossenen Räumen von Fitnessstudios. Auch Geimpfte müssen einen negativen Corona-Test vorweisen.

Brandenburg

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