Freitag, Oktober 7, 2022
StartNACHRICHTEN31 Festnahmen gemeldet Tausende feiern Europride in Belgrad trotz Gegenprotest

31 Festnahmen gemeldet Tausende feiern Europride in Belgrad trotz Gegenprotest

- Anzeige -


Besonders in Serbien haben es Mitglieder der LGBTQ-Community schwer. Dies ist auch bei der Europride-Parade in Belgrad zu sehen. Dies geschieht zwar in begrenztem Umfang, wird aber von heftigem Gegenprotest begleitet.

Trotz eines Verbots der serbischen Regierung nahmen Tausende Menschen an der diesjährigen Europride-Parade in Belgrad teil. Unter starkem Polizeischutz und bei Regen legten sie die verkürzte Strecke von wenigen hundert Metern zwischen dem Verfassungsrat und einem nahe gelegenen Park zurück. Nach Angaben des Fernsehsenders N1 kam es zu Zusammenstößen zwischen Gegendemonstranten und Polizisten. Das Innenministerium meldete 31 Festnahmen.

Das Innenministerium hatte die europaweite Großveranstaltung der LGBTQ-Bewegung am Dienstag wegen Sicherheitsbedenken wegen angekündigter Gegenproteste verboten. Obwohl es auch alle Gegenveranstaltungen verbot, wollten einige rechtsextreme Gruppen trotzdem aufmarschieren und sich vor Kirchen postieren.

Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, drängten Polizisten am Rande des Marsches immer wieder kleine Gruppen von kreuzwinkenden Gegendemonstranten zurück. Nach Angaben des Senders N1 gerieten einige Gegendemonstranten in heftige Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften. Sie warfen Rauchbomben auf die Beamten und beschädigten mehrere Fahrzeuge.

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hatte bereits angekündigt, die Europride auf Ende August abzusagen oder zu verschieben. Zur Begründung verwies er auf Engpässe bei der Energie- und Lebensmittelversorgung sowie Sicherheitsbedenken.

Das anschließende tatsächliche Verbot der Veranstaltung durch den EU-Beitrittskandidaten Serbien löste internationale Proteste aus. Die Botschaften von mehr als 20 Ländern – darunter Deutschland, die USA, Frankreich und Großbritannien – forderten die Regierung in Belgrad auf, das Verbot aufzuheben. Mindestens 15 Abgeordnete hatten angekündigt, aus Solidarität an der Demonstration teilzunehmen. Auch der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, wollte mitmachen.

„Ich war schon bei mehreren Pride-Paraden, aber diese ist etwas stressiger als die anderen“, sagte die britische Aktivistin Yasmin Benoit. „Ich komme aus Großbritannien, wo alle vereinter und kommerzieller sind“, sagte sie und fügte hinzu: „Aber so sollte Pride wirklich sein.“ Sie bezog sich auf den sozialen Kampf, der am Anfang der Bewegung stand.

Seit 1992 findet die Europride jedes Jahr in einer anderen europäischen Großstadt statt. Der Pride March am vorletzten Tag der Eventwoche ist vergleichbar mit der Parade zum Christopher Street Day.

Am vergangenen Sonntag demonstrierten in Belgrad Tausende Gegner des Pride March, darunter Unterstützer rechtsextremer Gruppen, Motorradrocker und serbisch-orthodoxe Priester, gegen die erste in Serbien geplante Europride-Parade. Gleichgeschlechtliche Ehen werden in Serbien nicht rechtlich anerkannt, und Homophobie ist im Land nach wie vor weit verbreitet. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Queer.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare