Samstag, Mai 21, 2022
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450 Protestmärsche in den USA, Zehntausende demonstrieren für Abtreibungsrechte

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Das Recht auf Abtreibung besteht in den USA seit rund 50 Jahren. Diese ist nun durch eine Initiative des Obersten Gerichtshofs gefährdet. Dagegen gehen Zehntausende Amerikaner auf die Straße und fordern das Recht der Frauen, über ihren eigenen Körper entscheiden zu können.

Zehntausende Menschen gingen am Samstag auf die Straße, um das Recht auf Abtreibung in den Vereinigten Staaten zu fordern. Im ganzen Land wurden rund 450 Protestmärsche organisiert, darunter große Demonstrationen in der Hauptstadt Washington und in den Metropolen New York, Chicago, Los Angeles und Austin, Texas. Die Teilnehmer riefen Parolen wie „Mein Körper, meine Entscheidung“. Viele waren als Zeichen für die Rechte der Frau in Pink gekleidet.

„Ich glaube einfach nicht, dass irgendjemand das Recht hat, Entscheidungen über den Körper eines anderen zu treffen“, sagte die 20-jährige Hanna Williamson, die aus Suffolk, Virginia, zu der drei Autostunden entfernten Demonstration in Washington angereist war. „Ich kämpfe in dieser Angelegenheit für die Rechte aller.“ Demonstranten in der US-Hauptstadt marschierten zum Obersten Gerichtshof, der damit droht, das Recht der Nation auf Abtreibung zu kippen.

Im New Yorker Stadtteil Brooklyn versammelten sich etwa 3.000 Menschen hinter einem rosa Transparent mit der Aufschrift „Unsere Körper. Unsere Zukunft. Unsere Abtreibungen“. Unter den Demonstranten befanden sich der Mehrheitsführer des Senats, Chuck Schumer, der New Yorker Bürgermeister Eric Adams und andere einflussreiche Demokraten.

Grund der Proteste ist ein Anfang vergangener Woche geleakter Urteilsentwurf des Obersten Gerichtshofs des Landes. Demnach könnte der Oberste Gerichtshof das seit fast 50 Jahren geltende „Roe v. Wade“-Urteil kippen, das ein Grundrecht auf Abtreibung verankert hatte. Da es kein Bundesgesetz zu diesem Thema gibt, hätten die Staaten anschließend freie Hand, Abtreibungen zu verbieten oder den Zugang zu Abtreibungen drastisch einzuschränken.

Etwa die Hälfte der 50 Bundesstaaten dürfte diesen Weg gehen. Dort lebende Frauen müssten dann für eine Abtreibung in andere Staaten reisen, wenn sie dazu in der Lage sind.

Anti-Abtreibungs-Aktivisten arbeiten seit Jahrzehnten für eine Aufhebung von Roe v. Wade. Die ehemalige US-Anwältin Linda Coffee, die vor fast 50 Jahren in einem wegweisenden Verfahren das wegweisende Urteil zum Recht auf Abtreibung gewann, warnte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP vor den Folgen der Aufhebung des „Roe v. Wade“-Urteils durch den Obersten Gerichtshof.

Schwangere Frauen, die eine Abtreibung wünschen, könnten in Zukunft vor großen Schwierigkeiten stehen, sagte Coffee. „Für Menschen, die keine gute Gesundheitsversorgung haben oder arm sind, wird es viel mehr kosten.“ Nur eine Minderheit wolle das Recht auf Abtreibung abschaffen, sei aber „sehr lautstark“.

Laut einer neuen Umfrage von Politico und Morning Consult ist eine Mehrheit von 53 Prozent der Wähler gegen einen Sturz von Roe v. Wade. Viele Unternehmen haben auch ihre Unterstützung für die Verfechter des Rechts auf Abtreibung zum Ausdruck gebracht.

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