Mittwoch, Dezember 7, 2022
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49 wegen Lynchjustiz in Algerien zum Tode verurteilt

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Neunundvierzig Menschen wurden zum Tode verurteilt, weil sie einen Mann gelyncht hatten, von dem sie fälschlicherweise glaubten, er habe in ihrem algerischen Dorf Waldbrände gelegt.

Djamel Ben Ismail reiste im August 2021 in die nördliche Kabylei-Region, etwa 200 Meilen von seinem Zuhause entfernt, nachdem dort Flammen ausgebrochen waren.

Der 38-Jährige twitterte, er werde „unseren Freunden zur Hand gehen“, um die Flammen zu bekämpfen.

Aber die Bewohner des Dorfes Larbaa Nath Irathen zerrten ihn auf den Hauptplatz und griffen ihn an. Sie beschuldigten ihn, die Feuer gelegt zu haben, offenbar weil er nicht aus der Gegend stammte.

Seine Ermordung schockierte das Land, insbesondere nachdem in den sozialen Medien grafische Bilder geteilt wurden.

An einem Mammut-Hochsicherheitsprozess waren mehr als 100 Verdächtige beteiligt, von denen die meisten für schuldig befunden wurden, an der Ermordung von Herrn Ben Ismail beteiligt gewesen zu sein.

Denjenigen, denen die Todesstrafe verhängt wird, droht stattdessen lebenslange Haft, da in Algerien seit Jahrzehnten ein Moratorium für Hinrichtungen gilt.

Etwa 38 weitere seien zu Haftstrafen zwischen zwei und zwölf Jahren verurteilt worden, sagte Anwalt Hakim Saheb von einem Kollektiv freiwilliger Verteidiger bei dem Prozess.

Nach seiner Ankunft in Larbaa Nath Irathen und fälschlicher Beschuldigung sagte die Polizei, Herr Ben Ismail sei aus einer Polizeistation gezerrt, wo er beschützt wurde, und angegriffen worden.

Unter den Angeklagten befanden sich drei Frauen und ein Mann, die seinen leblosen Körper erstachen, bevor er verbrannt wurde.

Die Polizei sagte, dass online veröffentlichte Fotos bei der Identifizierung der Verdächtigen geholfen hätten.

Die Familie von Herrn Ben Ismail fragte, warum diese Dreharbeiten ihn nicht stattdessen gerettet hätten.

Der Prozess hatte auch politische Untertöne.

Fünf Personen wurden in Abwesenheit wegen ihrer Beteiligung an der Tötung und wegen Zugehörigkeit zu oder Unterstützung einer verbotenen separatistischen Bewegung der Kabylei namens MAK verurteilt, sagte Saheb.

Unter ihnen war der Anführer der Bewegung, Ferhat M’henni, der in Frankreich lebt.

Algerische Behörden warfen MAK vor, die Brände angeordnet zu haben.

Verteidiger sagten, Geständnisse seien unter Folter erzwungen worden und nannten den Prozess eine politische Maskerade, die darauf abzielte, Kabylie zu stigmatisieren.

Zum Zeitpunkt der Brände war die Region die letzte Bastion der demokratiefreundlichen Protestbewegung „Hirak“, die dazu beitrug, den langjährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika zu stürzen.

Hunderte von algerischen Bürgern wurden inhaftiert, weil sie versuchten, die Hirak-Bewegung am Leben zu erhalten, wobei Märsche von der von der algerischen Armee unterstützten Regierung verboten wurden.

Die Waldbrände in der gebirgigen Berberregion töteten 90 Menschen, darunter Soldaten, die versuchten, die Flammen zu zähmen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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