Sonntag, November 28, 2021
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52 Tote bei Minenunfall

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Bm schlimmsten Bergwerksunglück in Russland seit Jahren starben 52 Menschen in Westsibirien. Das berichteten die staatlichen Stellen Tass und Ria Nowosti am Donnerstagabend unter Berufung auf die Rettungsdienste. Darunter waren sechs Rettungskräfte, die bei Sucharbeiten im Bergwerk ums Leben kamen. Mehr als 30 Bergleute galten stundenlang als vermisst.

In der Mine hatte sich am Morgen eine Explosion aus zunächst unbekannter Ursache ereignet. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden insgesamt 239 Arbeiter aus dem Schacht „Listwjaschnaja“ im Kohlebecken von Kusnezk (Kusbass) gerettet. Mehr als 40 von ihnen befinden sich in Krankenhäusern, sagte der Gouverneur der Region Kemerowo, Sergej Zivilew. Er besuchte Verletzte im Krankenhaus.

Der Zustand der Bergleute im Schacht war stundenlang unklar. Die Minenstollen seien stark verraucht, hieß es. Die Arbeiter konnten sich nicht retten. Wegen Explosionsgefahr mussten die Sucharbeiten Stunden nach dem Unfall vorübergehend unterbrochen werden. Außerdem wurde der Kontakt zu den Rettungskräften abgebrochen.

Die Explosion soll sich in einer Tiefe von 250 Metern ereignet haben. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer der „Tragödie“ sein Beileid aus und ordnete Hilfe für Hinterbliebene und Überlebende an. „Leider wird die Situation nicht einfacher. Es besteht auch Lebensgefahr für die Rettungskräfte“, sagte Putin.

Nach Angaben der Ermittler wurden der 47-jährige Bergwerksdirektor, sein Stellvertreter und ein Abteilungsleiter festgenommen. Sie müssten sich wegen Verstößen gegen die Arbeitsvorschriften verantworten.

Das Gelände um das 1954 eröffnete Bergwerk wurde abgesperrt. Psychologen kümmerten sich um Angehörige. Der Gouverneur ordnete eine Überprüfung aller Minen in der Umgebung an und legte eine dreitägige Trauer fest – von diesem Freitag bis Sonntag (28. November).

Die Arbeit im Kohlebergbau in Russland gilt als lebensgefährlich. Durch Verstöße gegen elementare Sicherheitsvorschriften kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Methangas zum Beispiel explodiert oft. Das hochentzündliche Grubengas wird bei Arbeiten im Bergbau freigesetzt und sammelt sich bei schlechter Belüftung in den Schächten und unterirdischen Trassen. In der jetzt betroffenen Mine kam es 2004 zu einer Explosion mit 13 Toten.

Im März 2007 kamen in der sibirischen Stadt Nowokusnezk beim schwersten Bergwerksunglück in Russland der letzten Jahre insgesamt 107 Menschen ums Leben. Bei zwei Methanexplosionen in der sibirischen Stadt Mezhduretschensk gab es 2010 91 Tote.

Für die Rohstoff-Supermacht ist der Kohlebergbau neben Öl und Gas eine wichtige Einnahmequelle. Laut amtlicher Statistik wurden im vergangenen Jahr 402,1 Millionen Tonnen gefördert, von denen ein Teil auch nach Deutschland ging. Umweltschützer machen vor allem den Bergbau für die massive Umweltverschmutzung in Sibirien verantwortlich.

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