Dienstag, Dezember 7, 2021
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66 Prozent des weltweiten Bedarfs Studie: Ökostrom könnte Hauptenergieträger werden

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Dank des technischen Fortschritts werden Solar- und Windenergie immer wettbewerbsfähiger. Laut einer aktuellen Studie der Potsdamer Klimaforscher könnten bis 2050 zwei Drittel des weltweiten Energieverbrauchs durch Ökostrom gedeckt werden. Allerdings sind Schifffahrt und Luftfahrt eine Herausforderung.

Strom aus Sonne oder Wind könnte einer Studie zufolge bis 2050 zwei Drittel des weltweiten Energieverbrauchs decken. Laut der Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) führt der „schnelle technische Fortschritt“ bei den erneuerbaren Energien zu einen „grundlegenden Umbruch“ im globalen Energieverbrauch. Dementsprechend seien die erneuerbaren Energien in „rasender Geschwindigkeit“ billiger geworden und eröffne die Möglichkeit eines „Zeitalters der Elektrifizierung“.

Allein in den vergangenen zehn Jahren seien die Preise für Solarstrom um 85 Prozent gefallen, sagte Studienautor und PIK-Forscher Gunnar Luderer. Für die Zukunft ist mit weiter sinkenden Kosten zu rechnen. „Diese Entwicklung hat das Potenzial, Energiesysteme grundlegend zu revolutionieren“, erklärt Luderer. Computersimulationen zeigen, dass Strom in Verbindung mit der globalen CO2-Bepreisung bis 2050 die günstigste Energieform sein wird und bis zum Ende des Jahrhunderts langfristig sogar bis zu drei Viertel des Gesamtbedarfs decken kann.

Die Gründe dafür liegen vor allem in den rasanten technologischen Fortschritten bei der Erzeugung von Solar- und Windenergie, aber auch in der Endnutzung elektrischer Energie: „Die Kosten pro Kilowattstunde Solar- oder Windstrom sinken stetig, während Batterietechnologie zum Einsatz kommt bei Autos zum Beispiel bei hoher Geschwindigkeit verbessert“, erklärt Luderer. Wärmepumpen verbrauchen weniger Energie pro Wärmeeinheit als alle Arten von Kesseln mit fossilen Brennstoffen und werden nicht nur in Gebäuden, sondern auch in industriellen Anwendungen immer wettbewerbsfähiger.

Co-Autorin Silvia Madeddu erklärte: „Sie können mehr Endanwendungen elektrifizieren, als Sie denken, und in diesen Fällen können Sie den Energieverbrauch im Vergleich zu heute tatsächlich senken.“ Als Beispiel nannte sie die Stahlproduktion: Das Schmelzen von recyceltem Stahl mit Strom reduziert die gesamte benötigte Prozessenergie und senkt die CO2-Intensität pro produzierter Tonne Stahl. Der Studie zufolge kann bis 2050 mehr als die Hälfte des gesamten industriellen Energiebedarfs elektrifiziert werden.

Bei der Elektrifizierung blieben jedoch einige Engpässe bestehen, wie die Forscher betonten. Sie nannten den Langstreckenflugverkehr, die Schifffahrt und die Herstellung chemischer Grundstoffe unter Verwendung fossiler Brennstoffe als Rohstoffe. Hier sind jedoch erneuerbare Lösungen denkbar, beispielsweise in der Luftfahrt sogenannte E-Fuels – Kraftstoffe auf Wasserstoffbasis, die mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden.

Luderer forderte die Politik auf, fossile Brennstoffe in allen Sektoren und weltweit umfassend zu regulieren. Vor allem könne die CO2-Bepreisung dafür sorgen, dass das Zeitalter des erneuerbaren Stroms rechtzeitig eintrete, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sagte er.

Den Angaben zufolge zeigen die Simulationen der Forscher, dass sich der Stromanteil im Laufe des Jahrhunderts auch ohne Stärkung des Klimaschutzes verdoppeln würde. Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, sei jedoch eine entschlossene und weltpolitische Koordination von entscheidender Bedeutung, erklärte Luderer.

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