Donnerstag, Januar 20, 2022
StartNACHRICHTEN80. Geburtstag von Muhammad Ali: schlagfertig, selbstbewusst, legendär

80. Geburtstag von Muhammad Ali: schlagfertig, selbstbewusst, legendär

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Muhammad Ali ist der einzige Athlet, der dreimal Weltmeister aller Boxverbände war. Jenseits des Rings war er ein Publikumsliebling und die Stimme der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Heute wäre er 80 Jahre alt geworden.

Im Oktober 1974 traf Muhammad Ali, der bereits mit 32 Jahren von vielen Experten verschrottet worden war, auf den wesentlich jüngeren Schwergewichts-Weltmeister George Foreman. Promoter Don King richtet den Kampf mit finanzieller Unterstützung des lokalen Diktators Mobutu Sese Seko im zentralafrikanischen Zaire aus. Der damals „Rumble in the Jungle“ genannte Kampf ist in die Sportgeschichte eingegangen und mit geschätzt einer Milliarde Fernsehzuschauern das meistgesehene TV-Event seiner Zeit. Aber der Kampf ist auch Testament, Vermächtnis und ewiges sportliches Denkmal eines unvergleichlichen Sportlers, einer Ikone des 20. Jahrhunderts.

Cassius Clay, der mit Anfang 20 seinen Geburtsnamen als „Sklavennamen“ verteufelte, zum Islam konvertierte und sich fortan Muhammad Ali nannte, schrieb Geschichte. Im Ring bewies er schon früh, dass der junge Mann ein Ausnahmetalent ist: Mit 22 Jahren ist er der jüngste Schwergewichts-Champion. Sein überbordendes Selbstbewusstsein erlaubt es ihm auch, größere, vermeintlich stärkere Gegner herauszufordern und sie im Vorfeld medienwirksam zu verspotten. Er beginnt, seine eigenen KO-Siege rundengenau vor dem Kampf bekannt zu geben – und die Presse liebt ihn dafür.

Während Ali im Laufe seiner Karriere die Größten der goldenen Ära des Boxens schlägt – Sonny Liston, Floyd Patterson, Ken Norton, Joe Frazier, Foreman – beginnt er, seinen Einfluss auf die Öffentlichkeit jenseits des Boxrings auszuüben. Der gutaussehende, charmante, schlaue Ausnahmesportler ist ein gern gesehener Gast in US-Talkshows und nutzt seine Popularität, um gesellschaftliche Missstände wie die mangelnde Gleichberechtigung schwarzer Amerikaner anzuprangern.

Er verweigert den Militärdienst und verliert dadurch seinen WM-Titel und seine Boxlizenz. Er begründete seine damalige Entscheidung damit, dass er nicht bereit sei, Ausländer im Vietnamkrieg im Namen eines Landes zu töten, das die schwarze Bevölkerung im eigenen Land unterdrücke. So wird Ali zu einer lauten Stimme in der aufkeimenden Bürgerrechtsbewegung. Seine zeitweilige Nähe zu radikaleren Kräften wie der „Nation of Islam“ und ihrem Sprecher Malcolm X wird kontrovers diskutiert, kann seiner Karriere aber nie schaden.

In späteren Jahren ließ Alis Einfluss auf den Sport im Ring nach. Seine Parkinson-Erkrankung wirft hier bereits ihre Schatten voraus. Durch Auftritte wie den Showkampf 1976, als er gegen einen japanischen Catch-Wrestler Antonio Inoki boxte und fast nebenbei den ersten medial dokumentierten Mixed-Martial-Arts-Kampf der Geschichte lieferte, blieb er Vorreiter.

Heutige Generationen von Hip-Hop-, Soul- und R&B-Künstlern erkennen sogar einen kulturellen Vorläufer des Rap in den legendären Beschimpfungen seiner Gegner bei den die Kämpfe begleitenden Pressekonferenzen, die Ali gerne rhythmisch reimt und bissig pointiert singt.

Alis Schnelligkeit, List und Regenerationskraft haben ihn zu einer Legende im und außerhalb des Boxrings gemacht. Aber auch seine Ausstrahlung und sein provokantes Spiel mit den Medien machten ihn zu einer so einflussreichen Figur des 20. Jahrhunderts.

Zu seinem 80. Geburtstag ermöglichen ein Veranstaltungsschwerpunkt im ARD-Medienzentrum und eine lange Nacht im Ersten (in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 2022, ab 0.05 Uhr) unterschiedliche Blickwinkel auf den Mann, den dem Widerstandskämpfer und Kulturschaffenden Muhammad Ali (1942-2016), darunter die preisgekrönten Dokumentarfilme „When We Were Kings“, „Facing Ali“ und „Soul Power“.



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