Samstag, Juni 25, 2022
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"AfD 2.0 wird es nicht geben" Jörg Meuthen tritt der Zentrumspartei bei

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Dem langjährigen Co-Vorsitzenden der AfD ist die Partei wohl zu radikal geworden. Anfang des Jahres verlässt Jörg Meuthen die AfD. Nun findet der fraktionslose Europaabgeordnete seine neue politische Heimat und tritt in die Zentrumspartei ein – nicht der erste AfD-Politiker, der diesen Wechsel vollzieht.

Der langjährige Parteichef Jörg Meuthen, der Ende Januar aus der AfD ausgetreten ist, ist der Zentrumspartei beigetreten. Die Partei stehe für das, was der deutschen Politik derzeit schmerzlich fehle: für Aufklärung, ein klares Wertefundament und weltanschaulich bürgerliche Vernunft, sagte der 60-Jährige. Er versicherte: „Radikale oder extremistische Ideen haben in der Zentrumspartei nie Platz gehabt. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.“ Meuthen betonte: „Das Zentrum wird definitiv kein Sammelbecken für ehemalige AfD-Mitglieder. Bei mir wird es keine AfD 2.0 geben.“

Meuthen war Ende Januar aus der AfD ausgetreten und hatte einen seiner Meinung nach zu radikalen Kurs vieler AfD-Spitzenfunktionäre angeführt. Er war mehr als sechs Jahre Co-Vorsitzender. Heute ist er fraktionsloser Europaabgeordneter. Meuthen sagte, er habe sich gegen die Gründung einer neuen Partei entschieden, weil er die Erfolgsaussichten eines solchen Vorhabens nicht für sehr vielversprechend hielt. Im Januar trat auch der Abgeordnete Uwe Witt, der die AfD und die AfD-Bundestagsfraktion verlassen hatte, der Zentrumspartei bei.

Die Zentrumspartei entstand im 19. Jahrhundert als Interessenvertretung der katholischen Bevölkerung und spielte bis zur Weimarer Republik eine große Rolle. Heute hat sie nach eigenen Angaben rund 300 Mitglieder. In der Vergangenheit machte die Partei mit radikalen Abtreibungskampagnen auf sich aufmerksam. Meuthen sagte dem ZDF, die Partei habe die Kritik an der Abtreibung hinter sich gelassen. Er persönlich sieht keine Notwendigkeit, das Abtreibungsgesetz zu ändern. Der Zentrumsvorsitzende Christian Otte sagte, seine Partei sei konservativ, aber liberal ausgerichtet. Die Orientierung an der politischen Mitte könnte auch zur Versöhnung einer weit gespaltenen Bevölkerung beitragen.

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