Sonntag, Mai 15, 2022
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Afghanistan: Männer wegen Alkoholkonsums zu Peitschenhieben verurteilt

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Nach der Machtübernahme in Afghanistan versprachen die Taliban eine moderatere Herrschaft. Doch die radikalen Islamisten gehen hart gegen die Bevölkerung vor, diesmal wegen Alkoholkonsums.

In Afghanistan wurden sieben Männer ausgepeitscht, weil sie unter anderem Alkohol verkauft und konsumiert hatten. Die sieben Angeklagten hätten ihre Verbrechen gestanden und seien jeweils zu 35 Peitschenhieben verurteilt worden, teilte der Oberste Gerichtshof am Mittwoch mit. Die Männer wurden wegen verschiedener Verbrechen angeklagt, darunter Autodiebstahl. Fünf von ihnen wurden zusätzlich zu sechs Monaten Haft verurteilt.

Laut Gerichtssprecher Abdul Basir Maschal war es das erste Gerichtsurteil dieser Art seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban im vergangenen August. Laut Online-Berichten, die nicht unabhängig verifiziert werden können, fanden seitdem Auspeitschungen ohne Gerichtsbeschluss statt.

Die Bestrafung erinnerte an das harte Vorgehen der Taliban während ihrer ersten Herrschaft von 1996 bis 2001. Damals praktizierten die Islamisten eine strenge Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia. Selbst geringfügige Vergehen wurden mit öffentlicher Auspeitschung und Hinrichtung bestraft: Dieben wurden die Hände abgehackt, des Ehebruchs beschuldigte Frauen zu Tode gesteinigt.

Nach der Machtübernahme versprachen die Taliban ein gemäßigteres Vorgehen. In den vergangenen acht Monaten haben sie jedoch zahlreiche Freiheiten beschnitten, insbesondere für Frauen.

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