Dienstag, Oktober 26, 2021
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Aktualisieren "Offen und professionell" USA und Taliban bewerten das erste Treffen positiv

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Zum ersten Mal seit der Machtübernahme in Afghanistan treffen sich die USA mit Vertretern der Taliban. Der Austausch ist Teil des „pragmatischen Umgangs“ mit der Terrormiliz. Neben Sicherheits- und Terrorismusfragen gibt es auch warnende Worte.

Die USA haben die ersten persönlichen Gespräche mit den militanten islamistischen Taliban seit ihrer Machtübernahme in Afghanistan im August als „offen und professionell“ bezeichnet. Beim Treffen am Wochenende in der katarischen Hauptstadt Doha habe sich die US-Delegation unter anderem auf Sicherheits- und Terrorismusfragen konzentriert, teilte das US-Außenministerium mit. Es ging auch um die sichere Ausreise von US-Bürgern, anderen Ausländern und afghanischen Mitarbeitern.

Ein weiteres Thema seien die Menschenrechte gewesen, darunter die bedeutende Beteiligung von Frauen und Mädchen in allen Bereichen der afghanischen Gesellschaft. Beide Seiten hätten auch über eine stabile humanitäre Hilfe der USA für die Menschen in Afghanistan gesprochen, hieß es. In den Gesprächen betonte die US-Delegation, dass „die Taliban nach ihren Taten und nicht nur nach ihren Worten beurteilt werden“, sagte Außenministeriumssprecher Ned Price.

Auch die Taliban bewerteten das Gespräch als positiv. Der Dialog zwischen US- und Taliban-Delegationen sei „gut verlaufen“, heißt es in einer Erklärung des afghanischen Außenministeriums. Bei den Gesprächen erklärte die islamistische Delegation, dass humanitäre Hilfe nicht an politische Themen geknüpft werden sollte. Laut der Taliban-Erklärung haben US-Beamte zugesagt, den Afghanen humanitäre Hilfe zu leisten und andere humanitäre Organisationen bei der Bereitstellung von Hilfsgütern zu unterstützen. Die Taliban begrüßten dies und erklärten, sie wollten mit Hilfsorganisationen zusammenarbeiten, um transparent Hilfe zu leisten.

Die „offene“ Gesprächsrunde sei eine gute Gelegenheit zur Verständigung und es sei vereinbart worden, dass bei Bedarf auch künftig solche Gespräche geführt werden, heißt es in der Stellungnahme. Es sollten Anstrengungen unternommen werden, um die diplomatischen Beziehungen wieder in einen besseren Zustand zu versetzen. Zu weiteren konkreten Diskussionsthemen enthielt die Erklärung keine Angaben.

Die militanten islamistischen Taliban hatten nach dem Abzug der internationalen Nato-Truppen weite Teile des Landes erobert. Am 15. August drangen sie kampflos in die Hauptstadt Kabul ein und regieren rund 20 Jahre nach der US-Invasion. Ihre Regierung sieht sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert und dem Land droht ein wirtschaftlicher Kollaps.

Bei den Gesprächen in Doha gehe es nicht darum, die Taliban in Afghanistan anzuerkennen oder zu legitimieren, teilte das US-Außenministerium am Freitag mit. Es ist vielmehr eine Fortsetzung der „pragmatischen“ Gespräche über Fragen von nationalem Interesse der USA.

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