Donnerstag, Dezember 1, 2022
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Aktuelle Führung in Sicht Fühlte Ermittlungen im RBB ausgeweitet

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Ein RBB-Manager soll rund 700.000 Euro erhalten haben, obwohl er nicht mehr für den Sender arbeitet: Die Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen wegen gefühlter und überhöhter Gehälter aus. Neben dem fristlos entlassenen Direktor werden auch zwei noch im Amt befindliche Führungskader ins Visier genommen.

In der Affäre um den Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat die Staatsanwaltschaft Berlin die Ermittlungen ausgeweitet. Ein Behördensprecher bestätigte auf Anfrage, dass sich diese nun auch gegen zwei Führungskräfte aus der aktuellen Geschäftsführung des ARD-Senders richteten. Zuvor hatte der RBB darüber berichtet. Laut einem Behördensprecher geht es um den Verdacht der Untreue und Beihilfe zur Untreue im Hinblick auf die Einführung eines variablen Vergütungssystems und Gehaltsfortzahlungen an nicht mehr beschäftigte Mitarbeiter. Die erweiterten Ermittlungen richten sich laut RBB gegen den Verwaltungsdirektor und ehemaligen stellvertretenden Direktor sowie den Rechtsdirektor des Senders.

In einem dieser Fälle handelt es sich um einen Manager in Teilzeit. Er hat weiterhin eine feste Stelle in der Rechtsabteilung. Laut RBB-Recherchen erhält er bis 2026 700.000 Euro, obwohl er nicht mehr für den Sender arbeitet. Nicht nur die ehemalige Direktorin Patricia Schlesinger, sondern auch der Justizdirektor unterschrieben ein entsprechendes „Vorruhestandsangebot“ für den damals 57-Jährigen.

Der RBB teilte mit, dass wir um Verständnis bitten, dass es derzeit keine Stellungnahme gibt. „Aufgrund dieser neuen Informationen prüfen wir derzeit die rechtlichen Konsequenzen und Handlungsoptionen.“ Der Vorsitzende des Kontrollgremiums des Rundfunkrates, Ralf Roggenbuck, sagte, es werde am Mittwoch ein Treffen zwischen ihm und seiner Stellvertreterin und Interimsdirektorin Katrin Vernau geben, bei dem auch die Ermittlungen thematisiert werden sollen.

Bisher ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die fristlos entlassene Regisseurin Patricia Schlesinger, ihren Ehemann und ehemaligen „Spiegel“-Journalisten Gerhard Spörl und den zurückgetretenen Senderhauptkommissar Wolf-Dieter Wolf wegen des Verdachts der Untreue und Vorteilsnahme.

Die Affäre hatte mit Medienberichten über Vetternwirtschafts- und Vetternwirtschaftsvorwürfe begonnen. Es geht um umstrittene Beraterverträge für ein Bauvorhaben des öffentlich-rechtlichen Senders, die nun auf Eis gelegt wurden, um nicht genannte Bonuszahlungen für Führungskräfte, eine saftige Gehaltserhöhung für Schlesinger, die Abrechnung von Essen mit geladenen Gästen in ihrer Privatwohnung auf Kosten des RBB, umstritten Reise- und Coachingeinsätze für Schlesingers Ehemann bei der staatlichen Messe Berlin. Wolf war dort auch Hauptinspektor in Personalunion.

Der Messeaufsichtsrat hat vor einiger Zeit ausdrücklich mitgeteilt, dass eine Compliance-Untersuchung ergeben habe, dass keine Verstöße gegen das Vergaberecht vorlägen und die Aufträge für die Messe korrekt vergeben worden seien.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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