Freitag, August 12, 2022
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AKW-Debatte: Baerbock: Längere Fristen „keine Option“

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Außenminister Baerbock bezieht in der Debatte um die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken klar Stellung. Bei seinem Besuch in Kanada stand auch die Turbine für die Nord Stream 1 im Fokus.

Außenministerin Annalena Baerbock schloss eine Verlängerung der Nutzungsdauer der drei noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke in Deutschland aus. Als Abgeordneter der Grünen seien Verlängerungen „für Sie keine Option“, sagte Baerbock am Mittwoch bei einem Besuch im kanadischen Montreal.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte zuvor gesagt, er halte eine längere Lebensdauer der Atomkraftwerke für möglich. Die drei Kernkraftwerke sind nur für einen kleinen Teil der Stromerzeugung relevant. „Aber es kann trotzdem Sinn machen. Denn der Ausbaugrad der Erneuerbaren Energien ist in den einzelnen Ländern Deutschlands sehr unterschiedlich.“

Baerbock sagte: „Der Bundeskanzler hat in seinen Ausführungen auch betont, ich finde es wichtig, dass wir über Heizung und damit Gasversorgung sprechen.“ Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) hat bereits darauf hingewiesen, dass „diese Atomkraftwerke keine nennenswerte Rolle“ bei der Sicherstellung der Wärmeversorgung im Winter spielen, weil Atomkraftwerke Strom produzieren.

Baerbock betonte aber auch, dass mit dem sogenannten Stresstest „alle Eventualitäten“ im Hinblick auf die Energieversorgung im Herbst und Winter noch einmal geprüft würden.

Der Außenminister beendete seine dreitägige Reise nach Nordamerika in Montreal. Bei einem Treffen mit ihrer Amtskollegin Mélanie Joly bedankte sie sich auch für die Wartung der Turbine Nord Stream 1. „Als Regierung haben Sie die europäische Solidarität verteidigt“, sagte Baerbock Joly.

Der kanadische Außenminister verteidigte die Kapitulation unter anderem gegen Kritik aus der Ukraine. Es ist klar, dass der russische Präsident Wladimir Putin einen „hybriden Krieg“ führt. „Putin wollte Spaltungen in unserem Bündnis säen.“ Sie wollten es nicht zulassen.

Die Turbine wurde von Siemens Energy in der kanadischen Metropole Montreal gewartet. Sie sitzt nun auf dem Weg nach Russland in Deutschland fest. Die kanadische Regierung steht unter Druck, den Versand zuzulassen. Ihr wird vorgeworfen, Sanktionen umgangen zu haben. Eine parlamentarische Kommission ermittelt derzeit.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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