Freitag, August 12, 2022
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Al-Qaida-Chef Al-Zawahiri: Was der Tod des „Doktors des Terrors“ bedeutet

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Al-Qaida-Führer Zawahiri wurde bei einer US-Operation zur Terrorismusbekämpfung in Afghanistan getötet. Wer er war – und was sein Tod für das Terrornetzwerk bedeutet. Ein Überblick.

Er war einer der Drahtzieher von 9/11 und einer der meistgesuchten Terroristen der Welt: Die USA töteten Al-Qaida-Chef Aiman ​​al-Zawahiri bei einem Drohnenangriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Wer er war – und was sein Tod bedeutet: Ein Überblick.

Aiman ​​al-Zawahiri war der Nachfolger von Osama bin Laden, der 2011 von einer US-Spezialeinheit in Pakistan in einer aufsehenerregenden Operation getötet wurde. Al-Zawahiri galt als zentrale Figur hinter den entführten Luftangriffen vom 11. September 2001 Vereinigte Staaten. Washington setzte ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar auf ihn aus.

Den Spitznamen „Doktor des Schreckens“ hatte sich der promovierte Arzt aus Kairo bereits verdient. Den Kultstatus seines Vorgängers unter den Dschihadisten erreichte er jedoch nie.

Er stammt aus einer angesehenen Nildelta-Familie. Sein Großvater war einst Imam der berühmten Al-Azhar-Moschee in Kairo. Al-Sawahiri war ursprünglich Mitglied der in Ägypten offiziell verbotenen Muslimbruderschaft. Dies unterstützt eine gewaltfreie Islamisierung der ägyptischen Gesellschaft. Der „Doktor des Terrors“ schrieb mehrere Bücher, bevor er in den Untergrund ging. In Ägypten wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Die Verbindung zu bin Laden soll bis in die späten 1980er Jahre zurückreichen, als der diplomierte Arzt Al-Zawahiri den saudischen Millionär in den Höhlen Afghanistans behandelte, während sowjetische Truppen die Berge ringsum bombardierten. In den 1990er Jahren fusionierte al-Zawahiri seine ägyptische Extremistengruppe mit Bin Ladens al-Qaida.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Al-Sawahiri im vergangenen September, genau 20 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. In einer Videobotschaft rief er seine Anhänger zum Kampf gegen westliche Staaten und ihre Verbündeten im Nahen Osten auf.

In den Jahren zuvor hatte es unbestätigte Gerüchte über seinen Tod gegeben. Sein genauer Standort war unbekannt. Experten vermuteten zuletzt, dass sich Al-Sawahiri im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet versteckt hält.

Die Ermordung von Al-Zawahiri kam überraschend kurz vor dem ersten Jahrestag des Truppenabzugs aus Afghanistan. Nach Angaben eines US-Beamten wurde der 71-Jährige am Sonntagmorgen von zwei Hellfire-Raketen getötet, die von einer Drohne auf dem Balkon eines Hauses in Kabul abgefeuert wurden. Keines der Familienmitglieder von Al-Zawahiri, die mit ihm im Haus waren, wurde verletzt.

Nach Angaben von US-Präsident Joe Biden ist der US-Geheimdienst in diesem Jahr dem „Terrordoktor“ auf die Spur gekommen. Er sei „in das Zentrum von Kabul“ gezogen, um wieder bei seiner Familie zu leben. Biden sagte, er habe einen „Präzisionsschlag“ gegen den Al-Qaida-Führer genehmigt und vor einer Woche den endgültigen Startschuss gegeben.

Ein hochrangiger US-Beamter sagte, der Angriff auf al-Zawahiri sei seit Monaten vorbereitet worden. Keine amerikanischen Streitkräfte waren in Kabul, um ihn anzugreifen. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen nennt die gezielte Tötung einen großen Erfolg für die US-Regierung und den US-Geheimdienst.

Dass Al-Zawahiri in Kabul lebte, sei ein „klarer Verstoß“ gegen das Doha-Abkommen von 2020 – das warf ein US-Regierungsbeamter den Taliban vor. Der unter Bidens Vorgänger Donald Trump geschlossene Deal ebnete den Weg für den US-Abzug aus Afghanistan. Die Taliban hatten unter anderem einen Bruch mit al-Qaida versprochen.

Nach Angaben des US-Beamten wussten die Anführer des Haqqani-Netzwerks – einer Untergruppe der Taliban – von Zawahiris Aufenthalt in Kabul.

Der UN-Sicherheitsrat hat wiederholt die engen Verbindungen zwischen al-Qaida und den Taliban angeprangert. Al Qaida hat in den letzten Jahren Rückschläge erlitten. Beobachter halten die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) lange für eine größere Bedrohung als Al-Qaida.

Experten argumentierten jedoch, dass ihr Fokus auf den globalen Terror weiterhin eine Bedrohung darstelle. Und Beobachter haben mit großer Sorge den Abzug der westlichen Streitkräfte aus Afghanistan beobachtet und davor gewarnt, dass die Gruppe mit der Toleranz der Taliban wieder an Stärke gewinnen könnte. ZDF-Korrespondent Theveßen sagt:

Die Ermordung von al-Zawahiri ist ein schwerer Schlag für das Terrornetzwerk. Kaum eine andere Figur als Bin Laden hat Al-Qaida so geprägt wie der gebürtige Ägypter.

Wer nun die Führung von Al-Qaida übernehmen könnte, war zunächst unklar. „Ein natürlicher Kandidat wäre ein alter Weggefährte von Bin Laden und Al-Zawahiri: der Terrorplaner Seif al-Adel, den die CIA in Syrien vermutet“, sagt Elmar Theveßen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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