Donnerstag, Dezember 1, 2022
StartNACHRICHTENAlte Grenzen, fremde Gebiete Orbans Großungarn-Schal macht die Ukraine wütend

Alte Grenzen, fremde Gebiete Orbans Großungarn-Schal macht die Ukraine wütend

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Am Sonntag besucht Ministerpräsident Viktor Orban ein weiteres Spiel der ungarischen Nationalmannschaft. Um seinen Hals prangt ein Schal, der zu diplomatischen Unruhen mit der Ukraine führt. Denn dann kommt das ukrainische Staatsgebiet zu Ungarn hinzu.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat mit einem Fanschal einen diplomatischen Skandal mit der Ukraine ausgelöst. Beim Freundschaftsspiel der ungarischen Nationalmannschaft gegen Griechenland (2:1) am Sonntag trug der nationalistische Regierungschef einen Schal, der Ungarn in seinen Grenzen von vor 1918 darstellte. Das damalige Großungarn umfasste auch Gebiete, die heute in der Ukraine, Österreich, der Slowakei, Rumänien, Kroatien und Serbien liegen. Auf Instagram veröffentlichte Orban zudem ein Foto und ein Video mit dem Schal um den Hals.

Nach Bekanntwerden der Aufnahmen kündigte das ukrainische Außenministerium an, den ungarischen Botschafter nach Kiew vorzuladen. „Die Förderung revisionistischer Ideen in Ungarn trägt nicht zur Entwicklung der ukrainisch-ungarischen Beziehungen bei und entspricht nicht den Grundsätzen der europäischen Politik“, sagte der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Oleg Nikolenko, auf Facebook. Die Ukraine verlangt eine Entschuldigung und eine Erklärung, dass Ungarn keine Ansprüche auf ukrainisches Territorium hat.

Der ungarische Regierungschef gilt als russlandnah und Bewunderer des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Als russische Truppen im Februar in die Ukraine einmarschierten, vermied er es, den Krieg direkt zu verurteilen. In einer Erklärung verzichtete Orban auf klare Worte wie „Krieg“ und „Aggression“. Am vergangenen Freitag warf er der EU vor, mit Sanktionen und Waffenlieferungen einen direkten Konflikt mit Russland zu provozieren. Orban lehnte ein von der EU-Kommission vorgeschlagenes Hilfspaket für die Ukraine ab, das 18 Milliarden Euro in Form von Krediten zu Vorzugsbedingungen vorsieht. Nach dem Raketeneinschlag in Polen warf er dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj unverantwortliche Äußerungen vor.

Die besondere Nähe Ungarns zu Russland wird auch auf einer Nuklearmesse in Sotschi deutlich. Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto, der am Sonntag beim Spiel der ungarischen Nationalmannschaft gegen Orban dabei war, reiste am Montag zur Atomexpo in die russische Schwarzmeerstadt. Szijjarto nahm erst im Oktober an einem energiepolitischen Forum in Moskau teil.

Im September traf Szijjarto als einziger EU-Außenminister am Rande der UN-Generalversammlung mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zusammen. Szijjarto reist nun zur Nuklearausstellung in Sotschi, weil die russische Firma Rosatom zwei neue Reaktorblöcke für das ungarische Atomkraftwerk Paks baut.

„Ich hoffe aufrichtig, dass kein einziges europäisches Land diese Investition verhindern wird“, sagte Szijjarto nach Angaben des Außenministeriums in Sotschi. Die Sicherheit der Energieversorgung sei „heute eine Frage der nationalen Sicherheit, ja sogar der Souveränität“. Das Investitionsprojekt Paks 2 hat ein Volumen von zwölf Milliarden Euro. Bis 2030 sollen die Reaktoren fertiggestellt sein.



Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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