Sonntag, Oktober 17, 2021
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Alternative "noch schlimmer" Studie: Meeresspiegel steigt auch um 1,5 Grad

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Mit der Festlegung des 1,5-Grad-Ziels im Pariser Klimaabkommen sollen die Folgen des Klimawandels so gering wie möglich gehalten werden. Doch eine neue Studie zeigt: Auch bei dieser Erwärmung könne es zu einem „zerstörerischen Anstieg des Meeresspiegels“ kommen.

Selbst wenn die Menschheit ihr 1,5-Grad-Ziel im Kampf gegen die globale Erwärmung erreichen sollte, wird der Meeresspiegel einer Studie zufolge über die Jahrhunderte weiter ansteigen. Asien wird am stärksten betroffen sein, warnten Forscher in einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Environmental Research Letters“ veröffentlicht wurde. Neun der zehn am stärksten vom Hochwasser bedrohten Küstenmetropolen liegen dort.

Die meisten wissenschaftlichen Schätzungen des Meeresspiegelanstiegs und der damit verbundenen Bedrohung von Küstenstädten reichen bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Sie gehen von einem Anstieg zwischen einem halben Meter und weniger als einem Meter aus.

Durch die Erwärmung des Wassers und das Schmelzen des Eises werde das Phänomen jedoch über 2100 hinaus anhalten, warnen die Forscher in der neuesten Studie – unabhängig davon, wie schnell die Treibhausgasemissionen reduziert werden.

Rund fünf Prozent der Weltbevölkerung leben bereits in Gebieten, von denen künftig Überschwemmungen drohen, sagte der Hauptautor der Studie und Präsident der Journalisten- und Wissenschaftsorganisation Climate Central, Ben Strauss.

„Die CO2-Konzentration ist heute 50 Prozent höher als im Jahr 1800, und die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde ist um 1,1 Grad Celsius gestiegen“, sagte er. Das reiche aus, um den Meeresspiegel um fast zwei Meter anzuheben, „egal ob es zwei oder zehn Jahrhunderte dauert“.

Auch das im Pariser Klimaabkommen von 2015 gesetzte 1,5-Grad-Ziel werde einen destruktiven Anstieg des Meeresspiegels nicht verhindern – „die alternativ höheren Werte sind viel schlimmer“, erklärte Strauss. Wenn sich die Erde nur um ein halbes Grad erwärmt – also auf zwei Grad – würden wahrscheinlich die Häuser von einer halben Milliarde Menschen überflutet.

Die Forscher berechneten in der Studie, dass dann regelmäßig rund 200 Millionen weitere Einwohner von Küstenstädten von Überschwemmungen betroffen sein könnten. Auch Stürme könnten dann zunehmend zum Problem werden.

„In Glasgow und bis zum Ende dieses Jahrzehnts haben wir die Möglichkeit, den nächsten hundert Generationen entweder zu helfen oder sie zu verraten“, betonte Strauss mit Blick auf den bevorstehenden Weltklimagipfel COP26 im schottischen Glasgow. An der Studie waren Forscher der Princeton University und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung beteiligt.

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