Freitag, Juni 24, 2022
StartNACHRICHTENAnalyst Gressel zur Ukraine: "ein Rennen gegen die Zeit"

Analyst Gressel zur Ukraine: "ein Rennen gegen die Zeit"

- Anzeige -


Ohne Waffenlieferungen aus dem Westen würde der ukrainischen Armee die Feuerkraft fehlen, stellt Analyst Gressel fest tägliche Themen Feier. Der ukrainische Präsident Selenskyj meldete kleine Erfolge.

Der Militärexperte Gustav Gressel schätzt die Lage der ukrainischen Armee ohne schnelle Nachschublieferungen aus dem Westen als sehr schwierig ein. Die russische Armee habe nicht nur eine große Artillerie-Überlegenheit, sondern auch viel größere Munitionsvorräte, sagte er im Gespräch mit der tägliche Themen. Die ukrainische Rüstungsindustrie hingegen wurde durch russische Angriffe weitgehend zerstört.

Die angekündigte Militärhilfe aus dem Westen komme langsam, wenig und zäh, so der Experte beim Europäischen Rat für auswärtige Angelegenheiten in Berlin. „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, sagt Gressel. „Es ist schwierig, es ist noch nicht unmöglich.“

Bedenkt man, dass die Frontlinie rund 1000 Kilometer lang ist und an verschiedenen Orten heftig gekämpft wird, relativiert sich auch die Zahl der rund 90 US-Haubitzen. „In einem so großen Land verlieren sie sich sehr schnell in der Landschaft.“

Der ukrainischen Armee mangelt es nicht an Kämpfern, sondern eher an Feuerkraft- und Mobilitätsproblemen. So sind beispielsweise Kampfpanzer und Schützenpanzer sowie Artilleriegeschütze für erfolgreiche Gefechte notwendig.

Nach mehr als 100 Tagen Krieg gegen die Ukraine sieht Gressel in vielen westlichen Ländern bereits eine „gewisse Müdigkeit“. Das verzögert wohl auch Waffenlieferungen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in seiner abendlichen Videobotschaft von einigen positiven Nachrichten aus der südöstlichen Region Saporischschja. Dort gelang es den ukrainischen Streitkräften, russische Truppen abzuwehren. Darüber hinaus rückt das ukrainische Militär in die Region Charkiw vor.

Ein Schwerpunkt der Kämpfe liegt nach wie vor in der Stadt Sievjerodonetsk. Dort liefern sich ukrainische und russische Soldaten erbitterte Häuserkämpfe.

Auch die Nachbarstadt Lysychansk soll von der ukrainischen Armee weiter befestigt werden. Die Region ist der letzte noch nicht von Russland kontrollierte Teil der Region Lugansk. Beide Seiten erkennen den hohen Symbolwert der Region an, der zumindest teilweise die erbitterten Kämpfe erklärt.

Einige westliche Militärexperten glauben, dass die ukrainische Armee dort ein großes Risiko eingeht. Sollte es russischen Einheiten um Popasna gelingen, weiter vorzudringen, würde das Gebiet um Sievjerodonetsk und Lysychansk eingekreist. Die dortigen ukrainischen Streitkräfte konnten dann nicht mehr versorgt werden.



Quelllink

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare