Dienstag, September 27, 2022
StartNACHRICHTENAngeblicher Drohnenangriff auf das IAEA-Team auf dem Weg zum Kernkraftwerk Saporischschja

Angeblicher Drohnenangriff auf das IAEA-Team auf dem Weg zum Kernkraftwerk Saporischschja

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Seit Wochen drängt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf eine Reiseerlaubnis zum AKW Saporischschja in der Ukraine – nun ist tatsächlich ein Team von Nuklearexperten unterwegs. Unterdessen sorgen russische Berichte über einen Drohnenangriff auf einen Reaktor für Besorgnis.

Ein Team der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist auf dem Weg zum ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja. Das bestätigte Behördenchef Rafael Grossi auf Twitter. „Wir müssen die Sicherheit der größten Nuklearanlage in der Ukraine und in Europa schützen“, schrieb Grossi. Er ist stolz, dass er die Mission persönlich leiten wird. Er erwartet, diese Woche in Saporischschja anzukommen.

Unterdessen verschlechterte sich die Lage in dem von Russland besetzten Kernkraftwerk in der Nacht weiter. Berichten zufolge sind am Sonntagabend mehrere Artilleriegeschosse in der Stadt Enerhodar gefallen, in der die Mitarbeiter des Kraftwerks leben. Wie in den Tagen zuvor machten sich die russische und die ukrainische Seite gegenseitig für den Beschuss verantwortlich. Videos von beiden Seiten zeigen, dass zahlreiche Autos in Wohngebieten brannten.

Als weiteren Schritt in der Eskalation des Atomkraftwerks meldete die russische Besatzungsverwaltung einen mutmaßlichen ukrainischen Angriff mit einer Drohne. Das Flugzeug wurde abgeschossen und stürzte auf den Sicherheitsbehälter über einem Reaktor. Die Sprengladung detonierte, ohne Schaden anzurichten. Diese Informationen wurden nicht unabhängig überprüft. Es wurde angenommen, dass die Drohne ein Lager für abgebrannte Brennelemente treffen sollte.

Neun Menschen seien bei dem nächtlichen Beschuss der Stadt Enerhodar verletzt worden – zwei davon schwer, sagte Wladimir Rogow, ein Mitglied der Besatzungsverwaltung. Der geflüchtete ukrainische Bürgermeister von Enerhodar, Dmytro Orlow, sprach von einer Provokation: Russische Truppen hätten geschossen. Er warf Moskau „nukleare Erpressung“ vor, weil russische Truppen noch immer im Atomkraftwerk verschanzt seien.

Der russische Vorwurf lautet, die Ukraine wolle den Besuch der IAEA-Experten mit allen Mitteln verhindern. Tatsächlich fehlten bisher immer die notwendigen Sicherheitsgarantien für die Fahrt. Die internationale Gemeinschaft befürchtet einen möglichen nuklearen Unfall, der durch die Kämpfe in Europas größtem Atomkraftwerk verursacht wurde. Zwei Reaktoren gingen letzte Woche in die Notabschaltung, weil die Stromversorgung unterbrochen war.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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