Samstag, Dezember 10, 2022
StartNACHRICHTENAngriff auf AKW Saporischschja Nuklearexperten sehen Explosionen aus Fenstern

Angriff auf AKW Saporischschja Nuklearexperten sehen Explosionen aus Fenstern

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Nach langer Zeit geriet das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja erneut unter Beschuss. Experten der Internationalen Atomenergiebehörde berichten von mehreren Explosionen vor Ort. Einige von ihnen sind von ihren Fenstern aus zu sehen.

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat es im ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja erneut mehrere starke Explosionen gegeben. IAEA-Experten vor Ort haben Dutzende von Einschlägen in der Nähe und auf dem Gelände von Europas größter Nuklearanlage gemeldet, sagte die Agentur.

Die Vorfälle am Samstag und Sonntag beendeten abrupt eine Zeit relativer Ruhe in der von Russland gehaltenen Einrichtung, sagte Generaldirektor Rafael Grossi in einer Erklärung. IAEO-Experten sahen einige der Explosionen von ihren Fenstern aus. Die Leitung der Einrichtung meldete Schäden an einigen Gebäuden, Anlagen und Geräten. Die nukleare Sicherheit wurde bisher jedoch nicht durch die Schäden beeinträchtigt. Es gab keine Verletzungen.

Russland und die Ukraine werfen sich seit Samstag gegenseitig massiven Artilleriebeschuss auf das Atomkraftwerk vor. Allein am Sonntagmorgen seien zwölf großkalibrige Geschosse auf die Anlage gerichtet worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Elf Geschosse fielen zwischen die Reaktorblöcke, eines traf das Dach einer Spezialstation. Die Strahlung in der Nähe des Kernkraftwerks sei normal, sagte Konaschenkow.

Der ukrainische Kraftwerksbetreiber Enerhoatom sprach von mindestens zwölf Angriffen von russischer Seite, die mehrere Infrastruktursysteme des Atomkraftwerks beschädigten. Das Ausmaß des Schadens und der Zerstörung wird laut einer auf Telegram veröffentlichten Nachricht von Enerhoatom noch ermittelt. „Wer auch immer dahintersteckt: Es muss sofort aufhören“, forderte IAEA-Chef Grossi. „Wie ich schon oft gesagt habe: Du spielst mit dem Feuer!“ Grossi appellierte erneut an beide Seiten, eine Sicherheitszone um die Anlage einzurichten, in der Angriffe und Kämpfe vermieden werden. Intensive Verhandlungen hierzu mit beiden Seiten haben leider noch nicht zu einer Einigung geführt.

Russland kontrolliert Europas größtes Atomkraftwerk faktisch seit Anfang März, als Moskaus Truppen im Rahmen des Angriffskrieges große Teile der Südukraine besetzten. Das Kernkraftwerk war in den vergangenen Monaten bei schweren Kämpfen mehrfach unter Beschuss geraten. Die Ukraine und Russland beschuldigen sich gegenseitig.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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