Freitag, Januar 21, 2022
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Angriff auf mehrere Ministerien – Ukraine macht Russland für Hackerangriff verantwortlich

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Ein Hackerangriff auf mehrere Ministerien hat die Ukraine erschüttert. Die Regierung macht nun Russland dafür verantwortlich. Die EU berief ein Dringlichkeitstreffen ein.

Die Ukraine hat Russland für einen massiven Hackerangriff auf Regierungswebsites verantwortlich gemacht. „Nach ersten Angaben“ stammten die Angriffe aus Russland, teilte das Ministerium für Kultur und Informationspolitik am Freitag in der Hauptstadt Kiew mit. So gab es in russischen Medien erste Hinweise auf die Anschläge, noch bevor sie in der Ukraine aufgegriffen wurden.

Die Experten des Ministeriums vermuten, dass die Angriffe mit „der jüngsten Niederlage Russlands bei den Gesprächen über die künftige Zusammenarbeit der Ukraine mit der Nato“ zusammenhängen.

Mehrere Ministerien hatten sich zuvor über einen Cyberangriff auf ihre Webseiten beschwert. Betroffen waren unter anderem die offizielle Website der Regierung sowie die Homepages des Außenministeriums, des Energieministeriums und des Katastrophenschutzministeriums. Der Angriff sei weit verbreitet gewesen, hieß es.

Auf der Website des Außenministeriums prangten am frühen Morgen vorübergehend die Drohworte „Ukrainer! Alle Ihre persönlichen Daten wurden gelöscht und können nicht wiederhergestellt werden. Alle Informationen über Sie werden veröffentlicht, fürchten Sie sich und erwarten Sie das Schlimmste“ auf Ukrainisch, Russisch und Polnisch Sprache lesen. Eine auf Cyberattacken spezialisierte Einheit nahm die Ermittlungen auf. Die EU und Berlin sagten der Ukraine ihre Hilfe zu.

EU-Außenbeauftragter Josep Borrell und die Bundesregierung haben den Cyber-Angriff scharf verurteilt. Borrell sagte beim Treffen der EU-Außenminister im französischen Brest, die EU werde alle Mittel mobilisieren, um Kiew zu unterstützen. Unter anderem war eine Dringlichkeitssitzung des Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees der EU angesetzt worden. Es geht auch um technische Hilfe für die Ukraine.

Ob Russland hinter dem Angriff stecke, sei noch unklar, sagte Borrell: „Wir haben keine Beweise, aber es ist denkbar.“ Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg nannte den Cyberangriff „äußerst besorgniserregend“. In Brest wies er darauf hin, dass ein Cyberangriff der Vorbote militärischer Aktivitäten sein könnte. Am Donnerstag kündigte Borrell eine EU-Initiative zur Ausbildung von Führern der ukrainischen Armee zur Abwehr von Cyberangriffen an.

Auch ein Sprecher des Auswärtigen Amtes machte in Berlin die deutsche Hilfsbereitschaft der Ukraine deutlich. Es wird geprüft, wie eine solche Unterstützung aussehen könnte. Betroffen seien „viele zentrale Regierungsstellen“ in Kiew.

Nach Angaben der ukrainischen Geheimdienste wurden bei dem Cyberangriff keine personenbezogenen Daten gestohlen. „Auf den Homepages der betroffenen Websites wurden provokative Meldungen veröffentlicht, der Inhalt dieser Seiten wurde jedoch nicht verändert, und nach bisherigen Erkenntnissen hat es keinen Diebstahl personenbezogener Daten gegeben“, teilte der ukrainische Geheimdienst SBU mit. Ein Großteil der betroffenen Seiten sei wieder erreichbar und die restlichen „ebenfalls sehr bald wieder verfügbar“.

Der Cyberangriff erfolgte vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen zwischen Russland und dem Westen im Ukraine-Konflikt. Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarsches an der Grenze zur Ukraine befürchtet der Westen, dass Moskau das Nachbarland angreifen könnte.

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