Freitag, Oktober 7, 2022
StartNACHRICHTENAnlage in der Südukraine: Raketenangriff in der Nähe eines anderen Kernkraftwerks

Anlage in der Südukraine: Raketenangriff in der Nähe eines anderen Kernkraftwerks

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Neben Saporischschja droht offenbar ein weiteres ukrainisches Kernkraftwerk durch Feindseligkeiten beschädigt zu werden: das Kernkraftwerk Südukraine. Laut Präsident Selenskyj ist in der Nähe eine russische Rakete eingeschlagen.

Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ist eine russische Rakete in der Nähe des Kernkraftwerks in der Südukraine gelandet. Er warf Moskau vor, die ganze Welt zu gefährden. „Wir müssen es stoppen, bevor es zu spät ist“, schrieb er in den sozialen Medien.

Das Kernkraftwerk der Südukraine liegt fast dreihundert Kilometer südlich der Hauptstadt Kiew. Es sind drei Reaktoren mit einer Nettoleistung von 2850 Megawatt in Betrieb. Auch der staatliche ukrainische Atomkraftwerksbetreiber Enerhoatom meldete einen Raketenangriff auf das Industriegelände des Atomkraftwerks. Drei Hochspannungsleitungen und eine Anlage des nahe gelegenen Wasserkraftwerks wurden beschädigt. Im Kernkraftwerksgebäude selbst wurden mehr als 100 Fenster durch die Explosion zerstört. Die Gruppe veröffentlichte Fotos eines Kraters mit einem Durchmesser von vier Metern und einer Tiefe von zwei Metern.

Einige Wochen zuvor hatte der Beschuss des von Russland kontrollierten Kernkraftwerks Saporischschja internationale Besorgnis über eine nukleare Katastrophe geweckt. Das Kernkraftwerk in der Südukraine steht unter staatlicher Kontrolle. Aber Enerhoatom hatte wiederholt auf die Gefahr des Überfliegens russischer Raketen hingewiesen.

Derweil werfen von Russland unterstützte Separatisten in der selbsternannten Volksrepublik Donezk im Osten des Landes der Ukraine einen Anschlag vor, bei dem 13 Menschen ums Leben kamen. „Nach ersten Informationen“ wurden bei dem „Vergeltungsangriff“ in Kuibyschewskij 13 Zivilisten getötet Bezirk im Westen von Donezk, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Aussagen des Bürgermeisters der Stadt, Alexei Kemsulin, der von Moskau unterstützt wird.

Die Zahl der Verletzten müsse noch ermittelt werden, sagte Kemsulin. Aus dem Dorf Netailove, rund 15 Kilometer Luftlinie von Donezk entfernt, seien „neun Projektile mit einem Kaliber von 155 Millimetern“ auf die Stadt abgefeuert worden. Kemsulin rief die Bevölkerung dazu auf, „das Haus nur zu verlassen, wenn es unbedingt erforderlich ist“.

Selenskyj kündigte erneut eine neue Offensive an. „Vielleicht scheint es einigen von Ihnen, dass nach einer Reihe von Siegen Stille herrscht, aber es ist keine Stille“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Sonntag. Vielmehr ist es die Vorbereitung der nächsten Offensive, deren Ziel die Rückeroberung von Mariupol, Melitopol und Cherson ist.

Nach Angaben des ukrainischen Militärs konnten sie den Fluss Oskil überqueren und so einen Brückenkopf nach Osten bilden – eine militärische Stellung auf feindlichem Gebiet. „Die ukrainischen Streitkräfte haben den Fluss Oskil überwunden. Seit gestern kontrolliert die Ukraine auch das linke Ufer“, teilte der Pressedienst der ukrainischen Streitkräfte per Video auf seinem Telegram-Kanal mit.

Die Ukraine werde sich laut Selenskyj nicht nur auf die Gebiete konzentrieren, die sie vor dem russischen Angriff im Februar kontrolliert habe. Der 44-Jährige kündigte an, auch die seit 2014 von Russland annektierten Gebiete der von Moskau unterstützten Separatisten im Osten des Landes und Städte auf der Krim zurückzuerobern. „Weil die ganze Ukraine frei sein muss.“

Nach dem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar hatte Russland große Gebiete im Süden und Osten des Landes erobert. Moskau nimmt immer noch rund 125.000 Quadratkilometer ein – das ist etwa ein Fünftel des Territoriums der Ukraine, einschließlich der Halbinsel Krim.

Kiew hat Verhandlungen und ein Treffen zwischen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Selenskyj zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen. „Kurz gesagt, der Verhandlungsprozess selbst und ein persönliches Treffen zwischen den Präsidenten machen derzeit keinen Sinn“, sagte der externe Berater des Leiters des ukrainischen Präsidialamts, Mykhailo Podoliak, gegenüber ukrainischen Medien.

Podoliak nannte drei Gründe, warum Gespräche in diesem Stadium sinnlos sind: Erstens werde Russland versuchen, Gebietsgewinne zu verbuchen und zu legitimieren. Zweitens dient die Aufrechterhaltung des Status quo Russland nur als Atempause, um dann die Angriffe auf der neuen Linie fortzusetzen. Und drittens muss Russland für auf ukrainischem Territorium begangene Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.

Verhandlungen sind daher erst nach Abzug der russischen Truppen aus dem ukrainischen Hoheitsgebiet möglich. Dann könne über die Höhe der Reparationszahlungen und die Auslieferung von Kriegsverbrechern verhandelt werden, sagte Podoljak.

Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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