Samstag, Oktober 1, 2022
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Anpassung dauert viel zu lange Linke kritisiert ungleiche Verhältnisse in Ost und West

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Deutschland ist seit fast 32 Jahren vereint. Allerdings passe sich die Situation in Ostdeutschland nur sehr langsam an die im Westen an, kritisiert der Ostbeauftragte der Linkspartei, Pellmann. Vor allem die aktuelle Inflation könnte Ostdeutschland massiv treffen, so der Politiker.

Gut zwei Wochen vor dem 32. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober kritisierte der Osteuropa-Beauftragte der Linksfraktion, Sören Pellmann, die schleppende Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West. „Wenn die wirtschaftliche Harmonisierung in diesem Tempo weitergeht, brauchen wir noch ein halbes Jahrhundert, bis wir deutschlandweit gleiche Lebensbedingungen erreichen“, sagte Pellmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und verwies auf neue Daten zu Wirtschaftskraft und Lohnstrukturen.

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, betrug das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Jahr 2002 im Westen 28.872 Euro und im Osten 19.526 Euro, was rund 68 Prozent entspricht. 20 Jahre später, im Jahr 2021, ist die Wirtschaftsleistung im Osten auf 77 Prozent des Westniveaus angewachsen, liegt aber absolut gesehen mit 34.587 Euro im Osten und 44.968 Euro im Westen immer noch 10.000 Euro darunter.

Im Jahr 2002 erreichten ostdeutsche Beschäftigte bei der Lohnentwicklung 78 Prozent des Westniveaus, wobei der durchschnittliche Bruttolohn inklusive Teilzeitbeschäftigter im Westen bei 2.680 Euro und im Osten bei 2.090 Euro lag. Mit Blick auf das Vergleichsjahr 2021 stieg der Bruttolohn im Osten auf 3080 Euro und erreichte damit mit 3470 Euro im Monat 89 Prozent des Westniveaus.

„32 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Unterschiede zwischen Ost und West immer noch groß“, kommentierte Pellmann und sprach von „Angleichung im Schneckentempo“. Die Antwort auf die Anfrage zeigt, dass sich in den letzten 20 Jahren viel zu wenig getan hat. In Ostdeutschland haben sich noch lange nicht genug Unternehmen und Behörden angesiedelt.

Der Linke-Ost-Beauftragte warnte davor, dass die aktuelle Inflation den Osten und die Einheit um Jahre zurückwerfen könnte. „Die Preisexplosionen dürfen nicht zu einem Rollback führen und den Abstand wieder vergrößern. Wir brauchen einen Schutzschild gegen die Inflation für die Einheit und den Zusammenhalt des Landes“, betonte Pellmann.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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