Samstag, Oktober 1, 2022
StartNACHRICHTENAnpassung der Steuersätze Österreich will die kalte Progression abschaffen

Anpassung der Steuersätze Österreich will die kalte Progression abschaffen

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Kalte Progression bedeutet, dass Arbeitnehmer einen Teil der Lohn- und Gehaltserhöhungen verlieren. Österreich will diesen Effekt künftig durch neue Steuergrenzen beseitigen. Es ist ein Schritt, um die Auswirkungen der Inflation abzumildern.

Österreichs grün-grüne Regierung will die seit Jahrzehnten diskutierte Abschaffung der kalten Progression in Angriff nehmen. Die Koalitionspartner ÖVP und Grüne haben sich auf letzte Details geeinigt, teilte das Kanzleramt in Wien mit. Das Projekt soll am morgigen Mittwoch im Ministerrat beschlossen werden, danach muss das Parlament noch zustimmen. Das Gesetz soll ab Anfang 2023 gelten.

„Damit stellen wir sicher, dass eine Gehaltserhöhung für alle, die jeden Tag hart arbeiten, tatsächlich am Leben bleibt und nicht durch den Aufstieg in eine höhere Steuerklasse aufgefressen wird“, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP). Das entlaste vor allem mittelständische Unternehmen, „denn sie leisten einen enormen Beitrag zum Wohlstand Österreichs“.

Kalte Progression, auch als schleichende Steuererhöhung bezeichnet, beschreibt einen Effekt, bei dem Arbeitnehmer aufgrund von Inflationseffekten in eine höhere Steuerklasse abrutschen, obwohl sie real nicht über mehr Einkommen verfügen. Konkret sollen die Tarifhöhen der Einkommensteuerfreibeträge künftig automatisch um zwei Drittel der Inflationsrate angehoben werden. Eine Ausnahme bildet der Spitzensteuersatz von 55 Prozent.

Bis vor kurzem war unklar, was mit dem verbleibenden Drittel der Inflationsrate passieren würde. Diese fließen nun auch zurück, in Form jährlicher Entlastungsmaßnahmen, die vor allem kleinen und mittleren Einkommen zugute kommen sollen, hieß es.

Die Abschaffung der kalten Progression ist Teil des milliardenschweren Maßnahmenpakets der Regierung zur Inflationsbekämpfung. Im August lag die Inflationsrate in Österreich bei 9,2 Prozent. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) rechnet für dieses Jahr mit einer Inflationsrate von 7,6 Prozent und für das kommende Jahr von 5,0 Prozent.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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