Dienstag, August 9, 2022
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Archies Eltern verklagen den Menschenrechtsgerichtshof gegen die Abschaltung von Geräten

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Der britische Oberste Gerichtshof sieht für den zwölfjährigen Archie keine Chance mehr auf Genesung – deshalb sollen lebenserhaltende Maßnahmen heute eingestellt werden. Doch die Eltern des Jungen wollen weiterkämpfen, jetzt in Straßburg.

Trotz Niederlagen in allen Instanzen der britischen Justiz wollen die Eltern des todkranken Archie in England das Ende lebenserhaltender Maßnahmen nicht hinnehmen. Wenige Stunden vor der geplanten Abschaltung der Geräte reichten die Anwälte der Familie beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg einen Antrag ein, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Man hoffe und bete für eine positive Entscheidung des Gerichts, sagte Archies Mutter. „Wir werden Archie bis zum bitteren Ende nicht aufgeben.“ Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ist kein Organ der EU, sondern des Europarates.

Der Zwölfjährige erlitt im April bei einem häuslichen Unfall schwere Hirnverletzungen – möglicherweise während einer Internet-Mutprobe. Seitdem liegt er im Koma. Die Geräte, die den Jungen derzeit in einem Krankenhaus im Osten Londons am Leben erhalten, sollten an diesem Mittwoch um 11 Uhr Ortszeit (12 Uhr MESZ) abgeschaltet werden.

Ob die Anwälte der Familie mit ihrem Antrag Erfolg haben, ist noch unklar. Im Kampf um das Leben ihres Sohnes haben Archies Eltern in allen rechtlichen Instanzen versagt. Der Supreme Court – das höchste britische Gericht – hat am Dienstag einen Antrag abgelehnt, mit dem die Eltern die Fortführung lebenserhaltender Maßnahmen erwirken wollten. Die Richter des Obersten Gerichtshofs sagten, dass die Lebenserhaltung das Sterben nur verlängern würde, da es keine Aussicht auf eine echte Genesung gebe.

Der Fall erinnert an ähnliche Streitigkeiten um todkranke Kinder in Großbritannien. Das finanziell angeschlagene britische Gesundheitswesen stellt die Lebenserhaltung oft viel früher ein, als dies in Deutschland der Fall wäre. Zudem werden die Wünsche von Eltern und Angehörigen nicht in gleichem Maße berücksichtigt. Was im besten Interesse des Patienten ist, wird oft von Richtern auf Empfehlung medizinischer Fachkräfte entschieden.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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