Sonntag, Oktober 2, 2022
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Arme harte Winterangst: Großbritannien: führerlos in der Energiekrise

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Die Inflation in Großbritannien ist mit 10,1 Prozent auf dem höchsten Stand seit 40 Jahren. Die Energiekosten explodieren. Es gibt keinen Ministerpräsidenten. Viele fürchten den sozialen Abstieg.

Gary und Natasha Waterhouse leben in Morton, einem kleinen Dorf mitten in England. Natasha ist seit einer Krebsoperation schwerbehindert. Gary kündigte seinen Job als Taxifahrer, um sich um sie zu kümmern. Du hast ohnehin wenig Geld zum Leben. Und die Lebenshaltungskosten steigen weiter.

Gary zeigt uns die Strom- und Gasrechnungen. Seit 2019 sind deren Kosten von umgerechnet 36 Euro monatlich auf über 200 Euro gestiegen. „Wir überlegen, welche Räume wir noch heizen können“, sagt Natasha Waterhouse.

Sie erhalten vom Staat eine Einmalzahlung in Höhe von rund 1.200 Euro. Aber es wird nicht reichen. Die Energiepreise werden im Herbst weiter steigen.

Das sind 80 Prozent mehr als zuvor. Die aktuelle Preisobergrenze liegt bei umgerechnet 2.330 Euro. Gut ein Drittel der Haushalte in Großbritannien hat laut aktuellen Umfragen bereits Probleme, die Energiekosten zu bezahlen. Hunderttausende Menschen stehen vor dem sozialen Abstieg.

Um diesen Menschen zu helfen, gründete William McGranaghan in London eine Lebensmittelbank. Heute kommen noch mehr Bedürftige als während der Corona-Krise, sagt er: „Manchmal haben wir nicht genug zu essen. Dann müssen wir Familien ohne Essen nach Hause schicken. Wenn eine Mutter oder ein Vater nicht genug hat, um das Abendessen zu kochen.“ , dann ja. dir bricht das Herz.“

Aber was die Leute, die zu Williams Tafel kommen, am meisten fürchten, ist der Winter, wenn sie die Heizung wieder einschalten. „Ich weiß nicht, woher das Geld zum Heizen und Essen kommen soll“, sagt Mandy.

Die Ärmsten sind von der Krise am stärksten betroffen. Aber es ist längst in der Mittelklasse angekommen.

Im Norden Englands, in der Nähe von York, leben Susanna und Dave Morgan mit ihren beiden Töchtern. Von zu Hause aus betreibt das Paar einen Online-Abo-Service für hochwertigen Kaffee und befürchtet nun Umsatzeinbußen.

Die Kaffeepreise sind weltweit gestiegen. Susanna verkauft jetzt eine 500-Gramm-Dose Bohnen für 19 statt 17 Pfund. „Wir haben unsere Preise erhöht. Aber wir haben auch die Löhne unserer Mitarbeiter erhöht, weil sie auch Gas, Strom und Miete zahlen müssen.“ Doch in der Krise vermeiden viele Unternehmen Lohnerhöhungen.

Es ist Großbritanniens größte Energiekrise seit Jahrzehnten und das Land ist führungslos. Die alte Regierung trifft keine Entscheidungen mehr. Premierminister Boris Johnson entspannte sich im Urlaub in Griechenland. Seine konservative Partei sucht einen Nachfolger. Das Duell zwischen Außenministerin Liz Truss und Ex-Finanzminister Rishi Sunak beschäftigt die Briten seit Wochen.

Natasha und Gary Waterhouse haben schon immer Konservative unterstützt. Doch jetzt sind sie zutiefst enttäuscht. „Sie interessieren sich nur dafür, wer der neue Premierminister wird. Sie haben den Kontakt zum einfachen Volk und zur Mittelschicht verloren“, sagt Natasha Waterhouse.

„Politiker konzentrieren sich nicht auf die wichtigen Dinge – und das sind die Menschen in diesem Land.“ Menschen wie Natasha und Gary – und Hunderttausende andere in ganz Großbritannien, die nicht wissen, wie sie mit dem Winter fertig werden sollen.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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