Montag, Januar 24, 2022
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Armut in Sambia: Die vergessene Krise

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Sambia sei eines der ärmsten Länder der Welt – doch kaum jemand sei sich der Not bewusst, kritisiert die Hilfsorganisation CARE. Das Land stabilisiert sich politisch, doch Armut und Hunger prägen den Alltag.

Staubige, sandige Hänge führen durch die Region Chongwe. Dieser Verwaltungsbezirk gehört zur Provinz Lusaka – hier gibt es nur wenige gute Straßen. Dorfbewohner sind oft dazu verdammt, stundenlang über Felder und Rasen zu laufen, wenn sie zur Schule oder zur Arbeit gehen. Aber es gibt nicht genug Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten. Sambia ist extrem arm – mehr als 60 Prozent der Menschen, schätzen Hilfsorganisationen, leben unterhalb der Armutsgrenze. Viele leben in einfachen Backsteinhäusern oder in Rondavels mit einem Dach aus trockenem Gras.

Der neue Präsident Hakainde Hichilema ist seit Ende August 2021 im Amt. In seiner Antrittsrede im Heroes Stadium in Lusaka hatte er versprochen: „Wir werden unsere Wirtschaft wachsen lassen, damit wir mehr Menschen als je zuvor aus der Armut befreien können.“ wird Einheit und Vielfalt fördern und die Achtung der grundlegenden Menschenrechte, Freiheiten und Rechte tatsächlich die Freiheit für alle unsere Leute gewährleisten.“

In den Monaten vor der Wahl hatte es viele Berichte über Machtmissbrauch des ehemaligen Präsidenten Edgar Lungu gegeben. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte, dass Oppositionsführer, Journalisten, Medienhäuser und Aktivisten ins Visier genommen worden seien.

Vorwürfe dieser Art sind seit Hichilemas Amtsantritt verstummt. Die neue Regierung hat begonnen, sich mit Korruptionsfällen zu befassen. Vor der Wahl waren es die hohen Preise für Lebensmittel, Benzin und Strom, die den Menschen die Nägel brannten. Inzwischen hat sich die Inflation verlangsamt. Laut Trading Economics Barometer ist er von knapp 25 Prozent im vergangenen August auf gut 16 Prozent gefallen. Es ist besser geworden – aber noch nicht gut.

Im Zuge der Covid-Pandemie hätte Sambia Ende 2020 Insolvenz angemeldet. Ein Grund dafür war der weltweite Rückgang der Kupferpreise; schließlich ist Sambia einer der weltweit größten Produzenten dieses Metalls. Dürren hatten in den Vorjahren zu einem Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge geführt. Die Weltbank sieht derzeit die Anzeichen einer allmählichen Erholung und prognostiziert Sambia für dieses Jahr ein Wachstum von 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Aber grundlegende Infrastrukturen müssen noch verbessert werden. Die Wasserqualität wird in einigen Bereichen kritisiert. Mufulira zum Beispiel ist die viertgrößte Stadt des Landes. Es liegt im sogenannten Copperbelt, dem Kupferbergbaugebiet im Zentrum Sambias. Joe Kalusa, Staatssekretär im Ministerium für Wasserentwicklung und Abwasserentsorgung, war letzte Woche vor Ort, weil es seit einiger Zeit viele Magen-Darm-Erkrankungen gibt.

Kalusa sprach von einem Problem. „Wir haben Berichte über unzureichende Wasserversorgung in Mufulira erhalten. Ich weiß, dass wir viele flache Brunnen und einige Flüsse mit schmutzigem Wasser haben. Die Menschen brauchen dringend sauberes Trinkwasser. Sie haben keine Wahl und das Wasser ist knapp Es ist bestrebt, die sich verschlechternde Wasserversorgung und sanitären Einrichtungen zu verbessern.

In der Region Chongwe laufen Frauen mit Eimern, um Wasser zu holen. Die meisten Menschen dort nehmen nur eine Mahlzeit am Tag zu sich. In den Nachbarländern ist das nicht viel anders. Malawi schließt sich im Nordosten an, und Simbabwe, das im Süden grenzt, hat ähnliche Schwierigkeiten.

Hunger, Unterernährung von Kindern und Armut gehören für viele Menschen in diesen drei Ländern zum Alltag. Darüber hinaus ist auch die Gefahr von Extremwetterlagen gestiegen. So warnte beispielsweise der sambische Wetterdienst vor drohenden Sturzfluten in einigen Landesteilen.



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