Samstag, Dezember 10, 2022
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Asylbehörden in Frankreich: 123 „Ocean Viking“-Migranten abgelehnt.

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Frankreich verweigert mehr als der Hälfte der „Ocean Viking“-Flüchtlinge, die vor einer Woche in Toulon angekommen sind, die Einreise. 26 Minderjährige reisten allein.

Eine Woche nach der Ankunft des Rettungsschiffs „Ocean Viking“ im französischen Hafen von Toulon hat Frankreich mehr als die Hälfte der Migranten offiziell abgewiesen.

Das französische Innenministerium teilte mit, dass die zuständigen Asylbehörden gegen 123 Personen, die sich in einer ad hoc „internationalen Wartezone“ aufhielten, einen Negativbescheid erlassen hätten. 26 der 44 minderjährigen Migranten auf der „Ocean Viking“ setzten ihren Weg einfach alleine fort, einige offenbar auch nach Deutschland.

Die französischen Asylbehörden haben nur 66 Personen die Einreise nach Frankreich genehmigt. Von dort sollen sie an elf europäische Länder verteilt werden, die sich bereit erklärt hatten, sie aufzunehmen, darunter auch Deutschland. Ob die 123 abgewiesenen Flüchtlinge abgeschoben werden sollen, äußerte sich das Innenministerium nicht.

Innenminister Gérald Darmanin hatte vor wenigen Tagen angekündigt, mindestens 44 der Migranten abzuschieben. Angaben zu ihren Herkunftsländern machte er nicht. Am Freitag warf der Elysée Italien erneut vor, es versäumt zu haben, einen Hafen für das Schiff zu öffnen. „Eine schlechte Geste“, sagte er.

Die Migranten befinden sich derzeit in einem Touristendorf auf der Halbinsel Giens in Südfrankreich, aus dem sie nicht ausreisen können. Dort prüft die Asylbehörde, ob ein Asylantrag Aussicht auf Erfolg hat. Die französische Regierung hatte das Resort zu einer internationalen Haltezone erklärt, was bedeutet, dass es nicht offiziell Teil des französischen Territoriums ist.

Die 44 Minderjährigen hingegen wurden in einem Aufnahmezentrum untergebracht, das sie frei verlassen konnten. Es sei absehbar, dass viele von ihnen weiter reisen würden, sagte Christophe Paquette, Solidaritätschef des Departements Var, der AFP.

Die meisten Jugendlichen kamen aus Eritrea und wollten zu Verwandten oder Freunden nach Deutschland, Holland oder in die Schweiz.

Rechtspopulistische Politiker haben den Vorfall genutzt, um die Migrationspolitik der Regierung zu kritisieren. „Unsere Regierung wurde durch die Entführung der 26 ‚Minderjährigen‘ der Ocean Viking zur Schau gestellt“, schrieb Marine Le Pen, Führerin des rechtsgerichteten Rassemblement National, auf Twitter. „Die Franzosen sehen wieder einmal, dass alles außer Kontrolle ist.“

Nachdem sich Italien tagelang geweigert hatte, dem Schiff einen Hafen zu geben, erlaubte Frankreich dem Schiff „ausnahmsweise“, in Toulon anzulegen. Der Umgang mit „Ocean Viking“ löste einen Streit zwischen Frankreich und Italien aus.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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