Dienstag, August 16, 2022
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Athen: Hitzebeauftragter sucht nach Lösungen für extreme Temperaturen

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Athen kämpft jeden Sommer mit extremen Temperaturen. Der Klimawandel wird die griechische Hauptstadt weiter einheizen. Europas erster Wärmekommissar sucht seit 2021 nach Lösungen – und will uralte Erfindungen nutzen.

Ein persönliches Treffen mit Eleni Myrivili zu arrangieren ist nicht einfach. Denn als erste Hitzeoffizierin Europas ist sie eine vielgefragte Frau: Mal hält sie einen Vortrag auf der berühmten Ted-Konferenz in Vancouver, mal trifft sie sich mit Wissenschaftlern in Barcelona oder Lissabon.

Am Ende klappt es mit einem persönlichen Gespräch. Als Treffpunkt schlägt sie einen kleinen Park am Fuße des Lykabettus-Hügels in Athen vor. Auf einer Bank im Schatten großer Laubbäume sitzend, mit einem Café Fredo in der Hand, erzählt sie von ihrem Kampf gegen die Hitze in der griechischen Hauptstadt, die in den Sommermonaten regelmäßig die heißeste auf dem ganzen Kontinent ist.

„Wir haben es geschafft, eine Stadt zu bauen, die zu 80 Prozent aus Asphalt und Zement besteht“, sagt sie. „Also Materialien, die Wärme erst aufnehmen und nachts wieder abgeben. Das sollten wir ändern, indem wir viel mehr Grünflächen schaffen, mit Bäumen, die viel Schatten spenden, und allgemein gesunden Ökosystemen, die die Stadt abkühlen können.“

Der Klimawandel und seine Folgen sind schon lange ihr Thema. Die 60-Jährige war bis 2019 Professorin für Anthropologie, Vorsitzende der Grünen und Vizebürgermeisterin von Athen. Seit Juli 2021 ist sie offizielle Wärmebeauftragte der Stadt – ein Job, der nicht immer einfach ist.

Weil der öffentliche Raum den Autos überlassen wurde, so Myrivili weiter, werde es wie in vielen Städten weltweit einen großen Kampf darum geben. Aber man muss mehr Fußgängerzonen und Naturlandschaften in der Stadt schaffen.

Doch es gibt noch ein weiteres Problem: In Athen wird es im Sommer nicht nur sehr heiß, es regnet auch lange nicht, sodass Grünflächen bewässert werden müssen. Aber auch dafür hat sie einen Plan: Myrivili will eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Antike in Athen reaktivieren – den Aquädukt des römischen Kaisers Hadrian aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus.

Durch die über 25 km lange Wasserleitung fließen täglich 800.000 Kubikmeter Süßwasser aus den Bergen nördlich von Athen ungenutzt ins Meer. Ein Mammutprojekt – aber notwendig, „denn wenn man die Stadt nicht herunterkühlt, sterben jedes Jahr mehr Menschen“, sagt Myrivili.

Die Hitzewellen und der extreme Temperaturanstieg vor allem in urbanen Gebieten würden hier auch als stiller Killer bezeichnet, sagt Myrivili, weil sich statistisch belegen lässt, dass die Sterblichkeit mit zunehmender Hitze sehr stark ansteigt.

Die meisten Todesfälle wurden bisher jedoch von keiner Statistik erfasst, Herzinfarkt oder Schlaganfall werden offiziell als Todesursache genannt. Besonders gefährdet sind Menschen über 65 Jahre, Schwangere, Babys und Kleinkinder sowie Menschen, die im Freien arbeiten müssen.

„Wir erwarten, dass die Bedingungen in Griechenland, in Athen und im Allgemeinen in städtischen Umgebungen bis 2050 viel schwieriger sein werden“, so Myrivili weiter. „Generell ist das östliche Mittelmeer eines der anfälligsten Gebiete in Bezug auf die Hitze.“

Myrivili muss zurück ins Rathaus – sie hat dort ein Büro, aber außer einer Sekretärin keine weiteren Angestellten. Dass konkrete Projekte tatsächlich umgesetzt werden, liegt nicht in ihrer Hand. Ihre Aufgabe ist es aufzuklären, zu warnen und gegebenenfalls zu ärgern, damit Athen in 30 Jahren bewohnbar bleibt.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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