Sonntag, September 25, 2022
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Auch Baerbock sagt der Ukraine längerfristige Hilfe zu

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Außenminister Baerbock rechnet mit einer längeren Dauer des russischen Einmarsches in der Ukraine. In einem Interview versprach sie Kiew längere militärische und finanzielle Unterstützung.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat der Ukraine Deutschlands langfristige Unterstützung im Krieg gegen Russland zugesichert, auch mit schweren Waffen. „Natürlich wünsche ich mir, dass der Krieg so schnell wie möglich vorbei ist, aber wir müssen leider davon ausgehen, dass die Ukraine im nächsten Sommer noch neue schwere Waffen von ihren Freunden braucht“, sagte der Grünen-Politiker der „Bild am Sonntag“.

„Für mich ist klar: Auch die Ukraine verteidigt unsere Freiheit, unsere Friedensordnung, und wir unterstützen sie finanziell und militärisch – so lange es nötig ist. Punkt.“ Baerbock geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine noch Jahre andauern wird. „Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass dieser Krieg Jahre dauern kann.

„Leider hat die russische Regierung ihre Besessenheit, die Ukraine und ihr Volk zu unterjochen, nicht aufgegeben“, sagte sie. Allerdings habe sich „der Wahn des russischen Präsidenten, er würde die Ukraine in kürzester Zeit einnehmen“, nicht verwirklicht. Der Mut der Ukrainer und die internationalen Waffenlieferungen führten laut Baerbock dazu, dass die russischen Soldaten ihre Paradeuniformen für den Sieg nicht auspacken konnten. „Wir werden alles dafür tun, dass dies niemals Realität wird.“

Der Minister unterstützte auch die Behauptungen der Ukraine, die von Russland annektierte Halbinsel Krim zurückzuerobern. „Die Krim gehört auch zur Ukraine. Die Welt hat die rechtswidrige Annexion von 2014 nie anerkannt“, betonte sie.

Forderungen von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP), die Pipeline Nord Stream 2 für Gaslieferungen zu nutzen, wies sie scharf zurück. „Ich frage mich manchmal, ob einige nicht verstanden haben, dass das kein Spiel mit Regeln ist und kein plötzlicher Lieferengpass“, sagte sie.

„Die Gaspipelines aus Russland sind keine normalen Pipelines mehr, sondern Waffen in einem hybriden Krieg“, sagte Baerbock. „Wenn Putin nicht durch Nord Stream 1 liefert, warum sollte er dann durch Nord Stream 2 liefern? Durch Nord Stream 1 fließt nicht genug Gas, weil die Pipeline kaputt ist, sondern weil Putin das nicht will“, betonte der Grünen-Politiker.

In der Ukraine bleibt die Lage rund um das wiederholt von russischen Truppen beschossene und besetzte Kernkraftwerk Saporischschja angespannt. Die ukrainischen Betreiber von Saporischschja beschuldigten Russland, die Anlage mehrmals an einem Tag beschossen zu haben. Moskau wiederum warf Kiew vor, verantwortlich zu sein. Nach Angaben der Atomkraftwerksbetreibergruppe Enerhoatom ist die Infrastruktur des Atomkraftwerks nun beschädigt. Es besteht die Gefahr, dass radioaktive Stoffe und Wasserstoff freigesetzt werden. Auch die Brandgefahr ist hoch.

Mit insgesamt sechs Reaktorblöcken ist Saporischschja das größte Kernkraftwerk Europas. Im März wurde es von russischen Truppen erobert. Das Personal kommt aus der Ukraine. Seitdem haben sich Moskau und Kiew wiederholt gegenseitig beschuldigt, die Anlage beschossen zu haben. Die Sorge vor einer nuklearen Katastrophe wächst international. Alle Appelle, unabhängige Experten aus dem Ausland ins Kraftwerk zu lassen, blieben bislang erfolglos.

In einer am Abend in Kiew verbreiteten Videobotschaft hob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Rolle der Luftwaffe seines Landes im Krieg gegen Russland hervor. „Russland hatte gehofft, unsere Luftwaffe in den ersten Stunden der großen Invasion zu zerstören. Und das war natürlich ein völlig verrücktes Ziel für den Feind – wie viele andere Ziele“, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft. Die Piloten sind erstklassig und werden auch von anderen Ländern für ihr Können gelobt.

Selenskyj betonte noch einmal, dass der Kampf für die Freiheit und die Unabhängigkeit des Landes nur gemeinsam gelingen kann. „Es ist eine gemeinsame Arbeit. Und es ist ein Ergebnis, das dank der Stärke und Solidarität aller erreicht wird, die die Freiheit schätzen und keine Tyrannei tolerieren“, sagte er und bezog sich auch auf andere Staaten, die die Ukraine unterstützen. „Freiheit gewinnt.“ immer.“ Zelenskyy kündigte an, dass auch die Unterstützer der Ukraine im Ausland geehrt werden sollten.

Russland ist am 24. Februar in das Nachbarland einmarschiert. Am vergangenen Mittwoch dauerte der Krieg genau ein halbes Jahr. Am selben Tag feierte das Land auch 31 Jahre Unabhängigkeit.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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