Mittwoch, Dezember 7, 2022
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Auch durch Schüsse? Löcher im Dach der neuen Essener Synagoge entdeckt

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In der Nacht zum Freitag fielen Schüsse auf das Rabbinerhaus an der alten Synagoge im nordrhein-westfälischen Essen. Vom Täter fehlt noch jede Spur. Im Dach der neuen Synagoge werden nun Löcher entdeckt. Unterdessen verstärkt das Land die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen.

Nachdem die Schüsse auf ein Nebengebäude der alten Synagoge in Essen gefallen waren, bemerkte die Polizei zwei ältere Löcher auf dem Dach der neuen Synagoge, die ebenfalls von Schüssen stammen könnten. Bei den entdeckten Schäden könnte es sich möglicherweise um Einschusslöcher handeln, teilte die Essener Polizei mit. Es gehe um zwei ältere Löcher, die etwa einen halben Meter voneinander entfernt seien, sagte ein Sprecher. „Sie müssen überprüfen, ob es Einschusslöcher gibt.“ Polizeiexperten begannen, die Löcher zu untersuchen. Auch das Landeskriminalamt war beteiligt.

Erst in der Nacht zum Freitag wurde auf das ehemalige Rabbinerhaus an der Alten Synagoge in Essen geschossen, das der Stadt gehört und nicht mehr für Gottesdienste genutzt wird. Ein Unbekannter hatte mindestens drei Schüsse auf eine Tür abgegeben. Die heute genutzte Synagoge von 1959 ist etwa einen Kilometer Luftlinie von der alten Synagoge von 1913 entfernt. Derzeit wird geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen den Schüssen auf die alte Synagoge und den Schäden an der neuen Synagoge besteht.

Im Fall der Schüsse auf das Haus des Rabbiners dauern die Ermittlungen an. Das beschädigte Türelement sei ausgebaut worden und werde nun forensisch untersucht, sagte der Polizeisprecher. Die Videoaufnahmen würden weiter ausgewertet. Bisher gab es keine Zeugen. Die Suche nach dem Täter geht weiter. Es sei aber noch nicht sicher, ob es sich tatsächlich um einen Mann handele, sagte der Sprecher. Dies war auf den Aufnahmen nicht deutlich zu erkennen. Durch die Schüsse wurde niemand verletzt. Im Gebäudehit ist ein Institut für deutsch-jüdische Geschichte untergebracht.

Die Polizei verstärkte derweil ihre Präsenz bei dem Gebäudekomplex in der Innenstadt. „Die Schutzmaßnahmen wurden in allen jüdischen Einrichtungen in Essen und Mülheim erhöht“, sagte der Sprecher. Die Fraktionen von SPD und FDP beantragten eine Sondersitzung des Innenausschusses des Landtags. Der Antrag der beiden Oppositionsparteien für die Sondersitzung im Landtag sieht vor, dass die Landesregierung vor dem Hintergrund der besorgniserregenden Zunahme antisemitischer Straftaten in einer Sondersitzung über den Stand der Ermittlungen und die bekannten Hintergründe berichten soll das Verbrechen. Zudem soll die Landesregierung über die Maßnahmen zum Schutz jüdischer Einrichtungen in NRW informieren.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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