Donnerstag, Januar 20, 2022
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Auf Wunsch der USA zerschlägt der russische Geheimdienst das Hackernetzwerk

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Auf Druck der USA meldet der russische Geheimdienst die Zerschlagung der berüchtigten Hackergruppe Revil. Gleichzeitig macht Kiew jedoch Moskau für den Cyber-Angriff des Vormittags auf die eigenen Regierungs-Websites verantwortlich.

Nach Massen-Cyberangriffen auf westliche Unternehmen und Organisationen behauptet Russland, Mitglieder der berüchtigten Hackergruppe Revil angeklagt zu haben. Der Inlandsgeheimdienst FSB teilte mit, dass seine Infrastruktur aufgelöst worden sei. Die Untersuchung wurde durch eine Anfrage von US-Behörden veranlasst.

Laut Sicherheitsexperten hatte sich Revil auf die Verbreitung sogenannter Ransomware spezialisiert. Ransomware ist Malware, die Daten nach einem erfolgreichen Angriff auf Opfer verschlüsselt. Für die Entschlüsselung verlangen die Kriminellen dann Lösegeld, meist in Kryptowährungen wie Bitcoin. Bei Hausdurchsuchungen von 14 Mitgliedern wurden 426 Millionen Rubel, umgerechnet 4,8 Millionen Euro, beschlagnahmt – teilweise in Kryptowährung. Außerdem wurden 600.000 US-Dollar und 500.000 Euro Bargeld sowie Computerausrüstung und 20 hochwertige Autos beschlagnahmt.

Im November nahmen internationale Ermittler mehrere Hacker fest, die für Tausende Cyberangriffe auf Organisationen und Unternehmen verantwortlich sein sollen. So wurden mehrere Werke des weltgrößten Fleischkonzerns JBS mit der Revil-Software lahmgelegt. Der Konzern wird auch verdächtigt, hinter dem Großangriff auf den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya im vergangenen Sommer zu stecken.

Unterdessen macht die Ukraine Russland für einen massiven Hackerangriff auf Regierungswebsites verantwortlich. „Nach ersten Angaben“ kamen die Angriffe aus Russland, teilte das Ministerium für Kultur und Informationspolitik am Nachmittag in der Hauptstadt Kiew mit. So gab es in russischen Medien erste Hinweise auf die Anschläge, noch bevor sie in der Ukraine aufgegriffen wurden.

Die Experten des Ministeriums vermuteten, dass die Angriffe im Zusammenhang mit einer „jüngsten Niederlage Russlands bei Gesprächen über die künftige Zusammenarbeit der Ukraine mit der Nato“ standen.

Am Morgen hatten sich mehrere Ministerien über einen Cyberangriff auf ihre Homepages beschwert. Betroffen waren unter anderem die offizielle Website der Regierung sowie die Homepages des Außenministeriums, des Energieministeriums und des Katastrophenschutzministeriums. Der Angriff sei weit verbreitet gewesen, hieß es. Eine auf Cyberattacken spezialisierte Einheit nahm die Ermittlungen auf.

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