Donnerstag, Oktober 28, 2021
StartNACHRICHTENAuswirkungen der Corona-Pandemie Lebenserwartung der Deutschen sinkt leicht

Auswirkungen der Corona-Pandemie Lebenserwartung der Deutschen sinkt leicht

- Anzeige -


Die Pandemie wirkt sich negativ auf die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland aus – insbesondere für Männer. Andere Staaten haben jedoch mit schwerwiegenderen Rückgängen zu kämpfen. Und in einem Bundesland ist sogar der gegenteilige Trend zu beobachten.

Die Corona-Pandemie hat einer Studie zufolge die Lebenserwartung in Deutschland reduziert, aber deutlich weniger als in einigen anderen Ländern. Zwischen 2019 und 2020 ist die Lebenserwartung in Deutschland nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden um 0,3 Jahre für Männer und 0,1 Jahre für Frauen gesunken.

In den USA, wo Maßnahmen zur Eindämmung des Virus nur zögerlich ergriffen wurden, sank die Lebenserwartung bei Männern um 2,2 Jahre und bei Frauen um 1,7 Jahre. „Das sind ganz außergewöhnliche Werte für ein hochentwickeltes Land“, sagt Pavel Grigoriev, Leiter der BiB-Forschungsgruppe Sterblichkeit. In Polen, Spanien und Italien sei die Lebenserwartung von Männern und Frauen im Jahr 2020 um mehr als ein Jahr gesunken, teilte das Institut mit.

Im Gegensatz dazu entwickelte sich die Lebenserwartung in Nordeuropa günstiger als in Deutschland – außer in Schweden, wo weniger Corona-Eindämmungsmaßnahmen ergriffen worden waren. Die Lebenserwartung wird nicht nur durch Covid-19 beeinflusst, detaillierte Sterbestatistiken zeigen in vielen Ländern einen signifikanten Einfluss, sagte Grigoriev.

Auch innerhalb Deutschlands stellte das Institut große Unterschiede fest. In Schleswig-Holstein ist, wie auch im benachbarten Dänemark, die Lebenserwartung gestiegen – dies war auch vor der Corona-Pandemie seit Jahren bundesweit der Fall.

Auch Mecklenburg-Vorpommern liegt über dem Bundesdurchschnitt. Sachsen hingegen verzeichnete einen Rückgang. In Westdeutschland sticht der Rückgang in Bayern hervor. Die Forscher sprachen von räumlichen Mustern, die teilweise über Ländergrenzen hinausgingen.

Die Forscher berechneten die Werte aus Daten des Statistischen Bundesamtes. Diese ermittelte in einer Sonderauswertung für September 2021 insgesamt 77.612 Todesfälle in Deutschland, zehn Prozent mehr als der Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020 für diesen Monat. Von Januar bis September liegen die Zahlen durchschnittlich fünf Prozent über dem Referenzwert. In der Woche vom 27. September bis 3. Oktober starben einer Hochrechnung zufolge sechs Prozent mehr Menschen als im Vorjahreszeitraum.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare