Sonntag, Mai 22, 2022
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Azovstal in Mariupol: Verhandlungen über die Evakuierung von Soldaten

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Nach Angaben des ukrainischen Vizepräsidenten verhandelt die Ukraine mit Russland über die Evakuierung von 38 verletzten Soldaten aus dem Werk in Azovstal. Präsident Selenskyj betrachtet die Invasion Russlands als „strategische Niederlage“.

Die Ukraine verhandelt nach eigenen Angaben mit Russland über die Evakuierung schwerverletzter Soldaten aus dem belagerten Asowstal-Stahlwerk in Mariupol. Die Gespräche seien „sehr schwierig“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Es handelt sich zunächst nur um etwa 38 Soldaten, die gegen gefangene Russen ausgetauscht werden konnten.

Verschiedene Medien hatten zuvor von möglicherweise 500 bis 600 Ukrainern gesprochen, die im Rahmen dieser Verhandlungen aus dem Stahlwerk geholt werden könnten. Vereshchuk lehnte diese Größenordnung ab. „Wir arbeiten Schritt für Schritt.“ Wir arbeiten eng mit dem Roten Kreuz und den Vereinten Nationen zusammen. Inzwischen ist auch die Türkei als Vermittlerin beteiligt. „Wir wollen, dass ein Dokument unterzeichnet wird, das festlegt, wie eine Evakuierung aus Azovstal ablaufen soll.“

Am Dienstag sprach sie von „mehr als tausend“ ukrainischen Kämpfern, die sich noch immer im Industriekomplex in Mariupol verschanzt hätten. Darunter seien „Hunderte Verletzte“. Sie sind die letzten ukrainischen Verteidiger in der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol, die bis auf das Industriegebiet inzwischen vollständig unter russischer Kontrolle steht. Hunderte von Zivilisten wurden in den letzten Wochen aus den Azovstal-Einrichtungen evakuiert.

Laut der ukrainischen Zeitung Ukrajinska Pravda schlug die Türkei dem russischen Militär vor, alle ukrainischen Soldaten auf dem Seeweg aus Asowstal zu evakuieren. Sie sollten dann bis Kriegsende in der Türkei bleiben.

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die strategische Niederlage Russlands fast zweieinhalb Monate nach dem Einmarsch russischer Truppen „offensichtlich“. Die Niederlage Moskaus sei „für alle auf der Welt offensichtlich und auch für diejenigen, die noch mit ihnen (den Russen) kommunizieren“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft. Nur Russland hat nicht den Mut, sich geschlagen zu geben. „Sie sind Feiglinge, die versuchen, diese Wahrheit hinter neuen Raketen-, Luft- und Artillerieangriffen zu verbergen.“

Der ukrainische Staatschef hat die jüngsten russischen Angriffe kritisiert, die eine Schule in Tschernihiw im Norden des Landes getroffen haben. „Natürlich ist der russische Staat in einem Zustand, in dem jede Bildung ihn nur behindert“, sagte Selenskyj. Russische Kommandeure, die solche Befehle erteilten, um Bildungseinrichtungen zu bombardieren, seien „einfach krank – unheilbar“.

Zudem wurden seit Kriegsbeginn 570 Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine durch russische Angriffe zerstört, darunter 101 Krankenhäuser. „Was ist der Sinn?“ fragte Selenskyj. „Das ist Unsinn, das ist Barbarei.“ Für ihn ist das ein Zeichen der Selbstzerstörung Russlands, das die Welt einst als Kulturnation betrachtete.

Die russischen Angriffe dauerten bis in die Nacht. Die Industriestadt Krementschuk in der Zentralukraine ist ukrainischen Quellen zufolge von einer Serie russischer Raketen getroffen worden. Beim größten Angriff auf die Stadt seit Kriegsbeginn vor zweieinhalb Monaten sei auch eine Raffinerie beschädigt worden, sagte der regionale Militärchef Dmitri Lunin nach Angaben der Agentur Unian.

Aber auch die Ukraine konnte offenbar militärische Erfolge vermelden. Satellitenbilder der US-Firma Maxar zeigten ein russisches Versorgungsschiff der Serna-Klasse im Schwarzen Meer, das vermutlich von einem Raketenangriff getroffen wurde. Nach Angaben des Unternehmens befindet sich das beschädigte Landungsschiff nicht weit von Snake Island in der Nähe der ukrainischen Seegrenze zu Rumänien.

Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte des Militärbezirks Odessa sagte, das russische Schiff „Vsevolod Bobrov“ sei von ukrainischen Streitkräften getroffen und in Brand gesteckt worden. Die Angaben konnten zunächst nicht von unabhängiger Seite verifiziert werden.



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