Samstag, Mai 21, 2022
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Bärbock "tief erschüttert" über die Eskalation bei der Beerdigung

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Bei der Beerdigung eines im Westjordanland in Jerusalem getöteten Journalisten griff die Polizei den Trauerzug mit Schlagstöcken an. Der deutsche Außenminister war von den Bildern persönlich betroffen.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zeigte sich schockiert über die Gewalt im Land

Beerdigung eines getöteten Reporters des Fernsehsenders „Al Jazeera“ in Jerusalem gezeigt. Es sei traurig, „dass die Trauerfeier nicht in Frieden und Würde stattfinden konnte. Ehrlich gesagt bin ich persönlich zutiefst erschüttert“, sagte Baerbock am Samstag auf die Frage eines Reporters bei einer Pressekonferenz am Ende eines G7-Gipfels Treffen in der Nähe von Weißenhäuser Strand an der Ostsee.

Die am Mittwoch im Westjordanland erschossene Journalistin Shirin Abu Akle wurde am Freitag auf einem christlich-orthodoxen Friedhof neben der Jerusalemer Altstadt beigesetzt. Während des Trauerzuges kam es zu Zusammenstößen mit der israelischen Polizei, die Ermittlungen ankündigte.

Tausende Menschen nahmen an der Beerdigung des Journalisten teil. Die Auseinandersetzungen brachen auf der Prozession zum Friedhof aus. Videos zeigten, wie Sicherheitskräfte Schlagstöcke gegen Trauernde und die Sargträger einsetzten. Israelische Polizisten sollen zum Trauerzug geeilt sein, um palästinensische Flaggen zu beschlagnahmen. Der Staat Israel verbietet das öffentliche Zeigen palästinensischer Flaggen.

Ein dpa-Reporter berichtete bei der Beerdigung am Freitag, es habe keine Vorwarnung gegeben, bevor die Polizei die Trauernden und Sargträger zurückgedrängt und anschließend mit Schlagstöcken angegriffen habe.

Am Samstag ordnete der Chef der israelischen Polizei eine Untersuchung der Operation an. Dies geschah in Absprache mit dem Minister für öffentliche Sicherheit. Die Polizei werde aus dem Vorfall Lehren ziehen, hieß es in einer Erklärung.

Die israelischen Behörden sagten, sie seien zum Eingreifen gezwungen gewesen, weil „Randalierer“ versuchten, „den Ablauf der Beerdigung zu stören“. Ein Regierungsbeamter sagte, die Teilnehmer des Trauerzugs hätten „Steine ​​und Glasflaschen“ geworfen. Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Einsatz sechs Personen festgenommen.

Nach Angaben des Jerusalem Red Crescent Ambulance Service wurden bei der Trauerfeier 33 Menschen verletzt. Sechs von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Die Bilder lösten international Empörung aus. Die EU zeigte sich „entsetzt“ und verurteilte in einer Erklärung die „unverhältnismäßige Gewalt“. Die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, sprach von „zutiefst beunruhigenden“ Bildern.

Der UN-Sicherheitsrat forderte eine „unverzügliche, gründliche, transparente, faire und unparteiische Untersuchung“ der Ermordung des Journalisten. Auch Ministerin Baerbock betonte, es sei ihr wichtig, den Tod des Journalisten transparent aufzuklären. Demokratien seien „darauf angewiesen, dass mutige Journalisten die Wahrheit berichten können – und das in Sicherheit“. Sie sollten „niemals zur Zielscheibe von Gewalt werden“.

Shirin Abu Akle wurde am Mittwoch bei einem israelischen Militäreinsatz im besetzten Westjordanland erschossen. Bei einer Razzia in Jenin kam es nach Angaben der Armee zu einem heftigen Feuergefecht mit Dutzenden palästinensischer Militanter.

„Al Jazeera“ und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas werfen israelischen Sicherheitskräften vor, den 51-Jährigen vorsätzlich getötet zu haben. Am Freitag teilte die palästinensische Generalstaatsanwaltschaft mit, dass in dem Moment, in dem der Journalist getroffen wurde, nur israelische Truppen geschossen hätten. Israels Armee veröffentlichte dagegen Zwischenergebnisse ihrer Ermittlungen, wonach es derzeit nicht möglich sei, „eindeutig“ zu sagen, woher der tödliche Schuss kam.

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