Montag, Februar 6, 2023
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Bandenkriminalität eskaliert Schweden meldet eine Serie von Angriffen und Schießereien

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Schweden hat seit Jahren ein Problem mit Bandenkriminalität – jetzt hat es eine neue Stufe erreicht: Allein in der vergangenen Woche gab es drei Bombenanschläge in Stockholm. Die Polizei vermutet Drogenrivalitäten und persönliche Vendettas.

Ein Restaurant in die Luft gesprengt und eine Granate in ein Wohnhaus geworfen: Das seit langem von Bandenkriminalität geplagte Stockholm erlebt seit Wochen eine Serie von Bombenanschlägen und Schießereien. Allein in dieser Woche meldete die Polizei in der schwedischen Hauptstadt am Freitag vier Schießereien und drei Bombenanschläge. Seit dem 25. Dezember gab es insgesamt 21 solcher Vorfälle und zwei Todesfälle.

Beamte führen die Gewalt auf Streitigkeiten zwischen rivalisierenden Gangmitgliedern zurück, von denen viele Minderjährige sind. Dabei geht es vor allem um Drogengeschäfte, aber auch um persönliche Rachefeldzüge. „Wir haben es heute nicht mit einem Konflikt zu tun, sondern mit mehreren, die gleichzeitig ausgetragen werden“, sagte Mattias Andersson, Interimschef der Stockholmer Polizei. Die Angriffe treffen nicht nur die Adressaten, sondern auch die Anwohner in den Quartieren. Das sei „völlig inakzeptabel“, sagte Andersson.

Laut Andersson hat die Polizei einen Krisenstab eingerichtet, um der Gewalt ein Ende zu bereiten. Oberste Priorität in der Region Stockholm sei es, „den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen“. Im Moment gebe es „nichts Wichtigeres als das“. Ein neues Verfahren soll es ermöglichen, mehr Personal in die betroffenen Gebiete zu schicken.

Die schwedischen Behörden haben seit Jahren Probleme, die Bandenkriminalität einzudämmen. Auch im Wahlkampf vor den Parlamentswahlen im vergangenen September spielten die gewalttätigen Banden eine große Rolle. Vor allem die Vororte von Großstädten sind von dem Problem betroffen. Laut Polizei rekrutieren die Banden immer jüngere Jugendliche, weil ihnen bei einer Festnahme weniger harte Strafen drohen. Im Jahr 2022 registrierte Schweden insgesamt 388 Schießereien, von denen 61 tödlich endeten. Laut offizieller Polizeistatistik waren es im Jahr 2021 45.

Laut einem Bericht des Schwedischen Nationalen Rates für Kriminalprävention aus dem Jahr 2021 hatte unter 22 europäischen Ländern mit vergleichbaren Statistiken nur Kroatien mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Schusswaffen als Schweden. Darüber hinaus hat kein anderes Land innerhalb eines Jahrzehnts einen größeren Anstieg verzeichnet als Schweden.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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