Sonntag, November 28, 2021
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Bedrohung durch Hackerangriffe auf Onlineshops auf "Schwarzer Freitag"?

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Am Freitag gibt es eine weitere Rabattschlacht im Internet, Onlinehändler erwarten gute Geschäfte. Doch die Aktionen am „Black Friday“ ziehen nicht nur Kunden, sondern auch Kriminelle an.

Die Werbung ist unverwechselbar: auf Plakaten, in Zeitungen, in sozialen Medien, im Internet. Alle Kanäle suggerieren den Kunden, dass sie an keinem Tag so viel sparen können wie am „Black Friday“ – und natürlich auch am „Cyber ​​Monday“ und danach. Der Online-Handel macht in dieser Zeit enorme Umsätze. Daher ist es wichtig, dass alles reibungslos läuft.

Aber genau das wollen Hacker verhindern, um damit ihr eigenes Geschäft zu machen. „Den Hackern geht es um Erpressung. Deshalb greifen sie die Händler an, wenn sie am verwundbarsten sind: Zur umsatzstärksten Saison des Jahres“, sagt Frank Düssler, Sprecher des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel. „Je höher der mögliche Umsatzverlust für den Händler ist, desto höher ist die erforderliche Erpressung. Es geht um Gewinnmaximierung.“

Ziel der Hacker ist es, die Webseiten der Händler zum Erliegen zu bringen. Erst wenn sie bereit sind, einen bestimmten Betrag zu zahlen, wird der Handel wieder geöffnet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) befürchtet weitere Angriffe im Zusammenhang mit der Rabattschlacht und hat sogar vorab eine offizielle Warnung ausgesprochen. Das BSI warnt insbesondere den Online-Handel vor sogenannten „DDoS-Attacken“ (Denial of Service). „Online-Angebote sind mit so vielen Anfragen überfrachtet, dass sie unter der Last zusammenbrechen und nicht erreicht werden können. Das hat Konsequenzen für Händler, die ihre Waren oder Dienstleistungen nicht anbieten können, und natürlich auch für Verbraucher, die möglicherweise keine Weihnachtsgeschenke kaufen können“, so BSI Präsident Arne Schönbohm.

Solche Angriffe werden immer häufiger. Aus Sicht des BSI bedeutet dies eine erhöhte Bedrohungslage rund um den Black Friday. „Diese Tage waren bereits in den letzten Jahren besonders interessant für Cyberkriminelle. Es ist daher davon auszugehen, dass diese Angriffstechnologien auch in den umsatzstarken Tagen insbesondere zur DDoS-Erpressung zum Einsatz kommen“, so Schönbohm.

Verbandssprecher Düssler ist der Meinung, dass heutzutage fast jeder im Netz kriminell werden kann. Hochgefährliche Hacker-Software wird mittlerweile als Service in der Cloud angeboten. „Das bedeutet, dass es für Angriffe von jedem wohlhabenden Kriminellen zur Verfügung steht, nicht nur einer kleinen Hacker-Elite“, erklärt er. „Die Angriffsversuche werden daher sicherlich zunehmen. Wie viele davon erfolgreich sein werden, kann jedoch noch niemand abschätzen.“

Inzwischen ist eine Art Wettlauf zwischen Hackern und den IT-Sicherheitssystemen entstanden. „Die weltweiten Angriffe auf Behörden und größere Unternehmen haben gezeigt, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Die Bemühungen der Händler für mehr Sicherheit wachsen rasant. Das hindert Kriminelle aber nicht daran, ständig nach neuen Schwachstellen zu suchen“, so Düssler.

Dabei setzt man auch auf die Methoden des sogenannten „Machine Learning“. Hackerangriffe werden automatisch erkannt und in einen sicheren Bereich umgeleitet, in dem sie keinen Schaden anrichten können. Düssler sieht Händler derzeit einen Schritt voraus. „Vergangene Fälle haben gezeigt, dass Hacker für ihre Angriffe oft veraltete IT-Infrastrukturen nutzen. Aber auch mit neueren Systemen tun sich Händler schwer, sich gegen global agierende Hackergruppen zu wehren.“

Der Sprecher des Online-Handelsverbandes fordert einen intensiveren Informationsaustausch unter den Händlern und mit den Behörden, um bessere Strategien gegen die Hacker entwickeln zu können. BSI-Chef Schönbohm verweist auf die Warnhinweise seiner Behörde und fordert die Händler nun auf, bestehende Schutzmaßnahmen an die neuen Angriffsmöglichkeiten anzupassen. Nur wer solche Angriffe abwehren kann, ist nicht erpressbar.

Cyberkriminelle nutzen Verbraucher oft unbemerkt für ihre Verbrechen, warnt das BSI. „Viele Internet-Geräte wie Heimrouter, smarte Kühlschränke oder internetbasierte Rollladensteuerungen sind beliebte Angriffsziele für Cyberkriminelle. Sie sind oft schlecht geschützt und lassen sich problemlos in ein sogenanntes Botnet einbinden“, berichtet Schönbohm. Diese Botnetze bestehen aus unzähligen Geräten, die von Kriminellen zentral gesteuert werden – um einen „DDoS-Angriff“ durchzuführen. Verbraucher könnten mit einfachen Schutzmaßnahmen dazu beitragen, dass ihre Geräte nicht Teil eines solchen Botnetzes werden – etwa indem sie das Standardpasswort für diese Geräte ändern.

Das Cybersicherheitsunternehmen Check Point Software Technologies rät Kunden, auch auf ihre eigene Sicherheit zu achten. Es gibt viele bösartige Websites, die Kundendaten abfangen könnten. Aus diesem Grund empfiehlt das Unternehmen, nur aus echten, zuverlässigen Quellen zu kaufen und nicht auf Links zu klicken, die per E-Mail oder in sozialen Medien erhalten wurden. Es ist besser, direkt auf Websites zu gehen. Ein wichtiges Symbol ist das Vorhängeschloss in der Adressleiste des Browsers. Außerdem sollte man laut Experten darauf achten, dass statt „http“ „https“ vor die Adresse gesetzt wird. Das „s“ steht für Sicherheit. Alarmzeichen sind offenbar auch am Black Friday extreme Rabatte: Ein neues iPad wird an solchen Tagen nicht mit 80 Prozent Rabatt angeboten.



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