Montag, Februar 6, 2023
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"Bei allem Respekt vor Risiken" Ausländische Presse lobt deutschen Panzerpakt

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Dass sich Deutschland nach monatelangem Ringen entschieden hat, Kampfpanzer nach Kiew zu liefern, kommt im Ausland gut an. Viele Kommentatoren äußern Verständnis für die Bedürfnisse der Bundeskanzlerin und weisen auf die Risiken hin.

Deutschland will Kampfpanzer aus Beständen der Bundeswehr in die Ukraine schicken – und auch andere Länder liefern lassen. Die Entscheidung von Bundeskanzler Olaf Scholz stößt in den internationalen Medien auf breite Resonanz: Die Londoner Financial Times bezeichnet die Entscheidung der Bundesregierung, Kampfpanzer nach Kiew zu liefern, als „willkommenen Durchbruch“. „Wenn die Ukraine den Konflikt aus eigener Kraft beenden will, müssen ihr – bei allem Respekt vor den Risiken – die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt werden.“

Deutschlands Zustimmung verbessert die Chancen der Ukraine auf eine erfolgreiche Gegenoffensive, kommentiert die belgische Zeitung De Standaard. „Sollte die Ukraine tatsächlich die Panzer bekommen, dürften in Moskau weitere Alarmglocken schrillen. Russland hat in den vergangenen Tagen gesagt, es sehe Panzer als weitere Eskalation. Dies wurde auch als Grund gesehen, warum die Bundesregierung nicht blindlings heranfahren wollte an Waffenlieferungen teilnehmen.“ Die spanische Zeitung „La Vanguardia“ konzentriert sich auf eine mögliche Eskalation des Krieges, weil Russland vor dem Einsatz westlicher Kampfpanzer warnt. „Wir stehen also möglicherweise vor einer weiteren möglichen Eskalation des Krieges, wie es immer der Fall ist, wenn die NATO-Staaten ihre Militäraktionen eskalieren. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.“

Aus Sicht der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“ sei Deutschland in der Frage der Panzerlieferungen zunehmend unter Druck geraten. „Der Druck auf Deutschland war von verschiedenen Seiten erhöht worden. Erst vergangene Woche hat beispielsweise der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki in Davos Bundeskanzler Scholz verspottet, indem er erklärte, er benötige keine Genehmigung aus Berlin, um polnische Leoparden nach Kiew zu verschiffen.“ Die französische katholische Tageszeitung „La Croix“ erklärt, die Umstände hätten Deutschland in eine entscheidende Position und damit unter Druck gesetzt. „Die Europäer bereiten sich darauf vor, eine neue Schwelle in ihrer Unterstützung zu erreichen. Dies ist ein Schritt ins Unbekannte. Aber dieser Schritt ist besser als die Aussicht auf die Vernichtung der Ukraine durch die Armee (des russischen Präsidenten) Wladimir Putin.“

Ein Grund für die wochenlange Zurückhaltung Berlins sei „Deutschlands NS-Vergangenheit“ und die damit verbundene „historische Verantwortung“, kommentiert die britische Zeitung „The Guardian“. „Die Entscheidung ist wegweisend für Deutschland und beendet monatelange schmerzhafte Debatten und Seelensuche. Dass deutsche Kampfpanzer auf einem Schlachtfeld in Europa eingesetzt werden, ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Die „Neue Züricher Zeitung“ schreibt, die Stimmung in der Bevölkerung könnte ein weiterer Grund für Scholz‘ Zögern gewesen sein. „In einer aktuellen Umfrage sprachen sich 46 Prozent der Deutschen für die Lieferung von Kampfpanzern aus, aber fast ebenso viele waren dagegen.“ Doch obwohl Scholz wiederholt erklärt hatte, er wolle in der Sache keinen Alleingang machen, sei Deutschland spätestens nach dem Treffen in Ramstein „fast allein mit seiner Verweigerungshaltung“.

Laut der Tageszeitung „La Repubblica“ verfolgen Deutschland und die USA mit dem gemeinsamen „Panzerpakt“ politische Ziele. „Der Panzerpakt, den Washington und Berlin verkünden wollen, hat vor allem politische Ziele. Das Nein Deutschlands zur Lieferung des Leopard 2 birgt die Gefahr, dass das Bündnis, das den ukrainischen Widerstand militärisch unterstützt, einen Riss erleidet, der den ukrainischen Widerstand spalten würde Osteuropäische Länder vom Rest der Welt trennt die Koalition.“

Die polnische Zeitung „Rzeczpospolita“ kommentiert die Debatte, der Streit um die Panzer zeige die Ineffizienz der Nato. „Alles deutet darauf hin, dass Paris und Berlin nicht mit einem zu großen Waffenvorrat in Verbindung gebracht werden wollen, mit dem die Ukrainer gegen die Russen kämpfen werden.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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