Dienstag, Januar 25, 2022
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Bericht: Lockdown-Partys vor der Beerdigung von Prinz Philip

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Premier Johnson steht weiter unter Druck: Am Tag vor der Beerdigung von Prinz Philip sollen Dutzende seiner Mitarbeiter zwei Lockdown-Partys in der Amtsresidenz gefeiert haben – trotz strenger Corona-Regeln. Er selbst war dem Zeitungsbericht zufolge nicht anwesend.

Am Vorabend der Beerdigung von Queen-Gemahlin Prinz Philip im April sollen Dutzende Mitarbeiter des britischen Premierministers Boris Johnson zwei Lockdown-Partys in seinem Amtssitz gefeiert haben. Wie die Zeitung „Daily Telegraph“ berichtete, nahmen insgesamt etwa 30 Personen teil. Sie tranken Alkohol und tanzten. Damals galten wegen der Corona-Pandemie strenge Kontakt- und Abstandsregeln.

Die Vorschriften zwangen die Königin, am nächsten Tag allein in der Kapelle ihrer Residenz in Windsor zu sitzen, als ihr 73-jähriger Ehemann dort begraben wurde. Das Foto der einsamen Königin war einer der prägenden Eindrücke der Pandemie.

Die Empörung ist groß. „Während sie trauerten, feierte Nr. 10“, sagte der Führer der Liberaldemokraten, Ed Davey. Obwohl Johnson selbst weder an den Partys vom 16. April 2021 teilgenommen noch in der Downing Street anwesend war, wird er für das Verhalten seiner Mitarbeiter verantwortlich gemacht.

„Ich habe keine Worte für die Kultur und das Verhalten in Nr. 10“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der wichtigsten Oppositionspartei Labour, Angela Rayner. Der Fisch stinkt vom Kopf. Es ist die erste bekannte Lockdown-Party am Regierungssitz im Jahr 2021. Bisher sind mehrere Feiern im Mai und Dezember 2020 öffentlich geworden.

Eine Meldung vom Montag sorgte für viel Ärger. Demnach lud Johnsons Büroleiter am 20. Mai 2020 in einer E-Mail rund 100 Mitarbeiter zu einer Gartenparty ein. Er betonte: „Bringen Sie Ihren eigenen Alkohol mit.“

Johnson entschuldigte sich am Mittwoch im Parlament für den Eindruck, dass diejenigen, die die Corona-Regeln machen, sich nicht daran halten. Er gab zu, am 20. Mai 2020 für 25 Minuten im Garten anwesend gewesen zu sein. Nach seinem Eindruck war es ein Arbeitstreffen. Im Nachhinein habe er sich damit geirrt, sagte Johnson. Er forderte jedoch, das Ergebnis einer laufenden internen Untersuchung abzuwarten, bevor Konsequenzen gezogen würden. Die Opposition hat bereits seinen Rücktritt gefordert, ebenso wie einige Abgeordnete von Johnsons Konservativer Partei.

Wegen der Nähe zur Beerdigung des bei der Bevölkerung äußerst beliebten Herzogs von Edinburgh gelten die nun bekannt gewordenen Feierlichkeiten als besonders gefährlich für Johnson. Downing Street bestritt die Parteien nicht, wie auch die BBC berichtete.

Johnsons ehemaliger Kommunikationsdirektor James Slack hielt eine Abschiedsrede, um seinen Mitarbeitern zu danken, sagte eine Sprecherin. Auf weitere Details ging sie nicht ein. Laut Telegraph ging es beim zweiten Abschied um einen persönlichen Fotografen des Premierministers.

Mitte April 2021 galten strenge Abstandsregeln, Angehörige verschiedener Haushalte durften sich nicht in geschlossenen Räumen treffen. Wie die Zeitung weiter berichtete, war ein Berater von Johnson vorübergehend für die Musik zuständig. Mehrere Flaschen Wein aus einem nahe gelegenen Supermarkt wurden in einem Koffer zum Nachfüllen gebracht. Ein Teilnehmer benutzte die Schaukel seines Sohnes im Garten von Johnsons Amtssitz und zerbrach sie. Die beiden zunächst getrennten Veranstaltungen wären gegen Mitternacht zusammengeführt worden.

Kommentatoren werteten den Artikel im „Telegraph“, eigentlich Johnsons Hauszeitung, für die der 57-Jährige selbst früher gearbeitet hatte, als Teil des Machtkampfes um die Zukunft des Premierministers. Johnson versucht seit Tagen mit aller Macht, Unterstützer um sich zu scharen. Wenn sich 15 Prozent der 360 konservativen Abgeordneten gegen den Ministerpräsidenten aussprechen, kommt es zu einem Misstrauensvotum in der Fraktion.



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