Montag, Januar 30, 2023
StartNACHRICHTENBertelsmann-Analyse: Mehr als jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet

Bertelsmann-Analyse: Mehr als jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet

- Anzeige -

Laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung ist jedes fünfte Kind in Deutschland armutsgefährdet. Die Situation hat sich zuletzt unter anderem aufgrund der anhaltenden Krisen verschlechtert.

In Deutschland sind mehr als jedes fünfte Kind und jeder vierte junge Erwachsene armutsgefährdet. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse der Bertelsmann Stiftung. Demnach waren im Jahr 2021 knapp 2,9 Millionen Kinder und Jugendliche und weitere 1,55 Millionen Jugendliche im Alter von 18 bis 25 Jahren betroffen. Die Situation hat sich in letzter Zeit nicht verbessert, wurde aber durch die aktuellen Krisen und Preissteigerungen verschärft.

Die Stiftung zieht ein ernüchterndes Fazit und hat die Bundesregierung um Gegenmaßnahmen gebeten.

Die im Koalitionsvertrag versprochene grundsätzliche Kindersicherung müsse „schnellstmöglich“ und mit der notwendigen Ausstattung beschlossen werden. Zentraler Bezugspunkt muss sein, dass kindliche Grundsicherung „Armut wirksam vermeidet“.

Armut bedeutet Mangel, Verzicht, Scham und schlechtere Zukunftsaussichten.

Besonders betroffen von Armut sind laut Stiftung junge Menschen in Einelternfamilien und Familien mit drei oder mehr Kindern. In diesen Fällen macht es die große Verantwortung der Kinderbetreuung den Eltern oft unmöglich, Vollzeit zu arbeiten. Viele von ihnen sind auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen.

Wie aus der Analyse hervorgeht, stieg die Zahl der in Hartz-IV-Familien lebenden Kinder und Jugendlichen in Deutschland zuletzt erstmals seit fünf Jahren wieder an.

Grund waren damals Flugbewegungen wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Ukrainische Flüchtlinge und ihre Familien haben seit Juni vergangenen Jahres Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen.

Ein oft unterschätztes Armutsproblem gibt es laut Bertelsmann-Experten auch in der Altersgruppe der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren. In dieser Altersgruppe ist das Armutsrisiko sogar höher als in allen anderen Altersgruppen und liegt der Studie zufolge bei 25,5 Prozent. Damit ist jeder vierte Jugendliche in Deutschland armutsgefährdet.

Demnach sind Frauen auch stärker gefährdet als Männer, wobei das Risiko in Ostdeutschland höher ist als in Westdeutschland. Ein Blick auf die Hartz-IV-Empfängerquote vermittelt der Studie zufolge nur ein eingeschränktes Bild von der Situation junger Menschen, denn viele befinden sich in Ausbildung oder Studium. Sie erhalten dann Leistungen wie das Bafög oder das Wohngeld.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare