Freitag, Juni 24, 2022
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Beschluss des EU-Parlaments: Autoindustrie gegen Verbrennungsmotoren ab 2035

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Ein mögliches Ende des Verbrennungsmotors wird teilweise kritisiert. Die deutsche Autoindustrie lehnt 2035 als verbindliches Ziel ab. Umweltverbände begrüßen die Abstimmung.

Nach Angaben der deutschen Autoindustrie hat die EU noch kein Datum für das Jahr 2035 für ein Verbot von Verbrennungsmotoren in Neuwagen festgelegt. In weiten Teilen Europas gebe es „zu wenig Ladeinfrastruktur“ für Elektroautos, sagte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA).

Der frühere CDU-Politiker Müller, von 2005 bis 2008 Staatsminister im Bundeskanzleramt, reagierte auf die Entscheidung des EU-Parlaments, den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 zu verbieten.

Auch der ADAC kritisierte die Entscheidung. „Die ehrgeizigen Klimaschutzziele im Straßenverkehr sind allein durch Elektromobilität nicht zu erreichen“, sagte Karsten Schulze, Technischer Präsident des ADAC. Er forderte eine „Perspektive für den klimaneutralen Verbrennungsmotor“.

Eine Mehrheit der Abgeordneten hat am Mittwoch in Straßburg dafür gestimmt, dass Hersteller nur Autos und Transporter auf den Markt bringen dürfen, die keine klimaschädlichen Treibhausgase ausstoßen. Bevor diese Verordnung in Kraft treten kann, muss sich das Parlament noch mit den Regierungen der EU-Staaten einigen.

Laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur war der Verkehr 2019 für rund ein Viertel der gesamten CO2-Emissionen der EU verantwortlich. Knapp 72 % davon entfallen auf den Straßenverkehr.

Der Verkehr ist der einzige Bereich, in dem die Treibhausgasemissionen in den letzten drei Jahrzehnten zwischen 1990 und 2019 um 33,5 % gestiegen sind.

Grünen-Chefin Ricada Lang begrüßte die Entscheidung. „Es ist gut, dass das Europäische Parlament mit dieser Entscheidung deutlich gemacht hat: Der Elektromobilität gehört die Zukunft“, sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Funke.

Autohersteller hätten dann Planungssicherheit in ganz Europa. In Deutschland habe sich die Ampelkoalition bereits für den Rückwärtsverkehr eingesetzt, sagte er.

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future beklagte die Entscheidung des EU-Parlaments als Erfolg ihrer Arbeit. Doch das Zieljahr 2035 sei „zehn Jahre zu spät“, um das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen, wie es auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris 2015 vereinbart wurde, so die Aktivisten auf Twitter.

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